Elektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen
Elfriede WielochElektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen - Elektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen
Elektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen
Elektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen
Elektronische Patientenakten in Sachsen: Alltag mit Herausforderungen
- Dezember 2025
Elektronische Patientenakten (ePA) sind in Sachsen und Thüringen mittlerweile weit verbreitet. Seit Oktober 2025 sind Ärztinnen und Ärzte in Sachsen gesetzlich verpflichtet, alle neuen Diagnosen und Befunde in dem System zu dokumentieren. Auch das Interesse der Patientinnen und Patienten steigt: Rund 76.300 Menschen in beiden Bundesländern greifen bereits über eine App auf ihre Akten zu.
Den Anstoß zur Digitalisierung gab die AOK Plus, die größte gesetzliche Krankenkasse der Region, die für alle Versicherten automatisch eine elektronische Patientenakte einrichtete – sofern diese nicht widersprachen. Bis Oktober 2025 nutzten bereits etwa 95 Prozent der 6.246 Arztpraxen in Sachsen das System, ein Anstieg gegenüber 86 Prozent nur wenige Wochen zuvor. Ziel der Umstellung ist es, Patientendaten leichter zugänglich zu machen und überflüssige Untersuchungen zu reduzieren.
Doch trotz der Fortschritte bleiben Herausforderungen. Ärztinnen und Ärzte berichten von Mehraufwand durch technische Probleme, manuelle Dateneingaben und eine mangelhafte Anbindung an die bestehende Praxissoftware. Zudem werden einige Rezepte weiterhin auf Papier ausgestellt, da die E-Rezept-Funktion noch nicht flächendeckend eingeführt ist. Bundesweit nutzen bisher nur etwa 20 Prozent der Patientinnen und Patienten ihre ePA aktiv, obwohl Erweiterungen wie ein digitaler Medikationsplan für Oktober 2026 geplant sind.
Dennoch zeigt das System bereits erste Vorteile: Doppeluntersuchungen werden seltener, und Diagnosen lassen sich effizienter zwischen Behandlerinnen und Behandlern austauschen.
Die Verbreitung der elektronischen Patientenakte in Sachsen und Thüringen schreitet weiter voran, wobei die Mehrheit der Praxen das System mittlerweile nutzt. Zwar gibt es nach wie vor technische Hürden und unvollständige Funktionen, doch die Digitalisierung verbessert zunehmend die Verwaltung von Patientendaten. Weitere Updates, darunter die vollständige Einführung des E-Rezepts, stehen in den kommenden Jahren an.