Elternzeit und Teilzeit: Wie Kindererziehung die Rente um Tausende schmälert
Margot RudolphElternzeit und Teilzeit: Wie Kindererziehung die Rente um Tausende schmälert
Elternzeit und Teilzeitarbeit: Wie Kindererziehung die spätere Rente um Tausende Euro schmälern kann
Wer sich für die Kinderbetreuung eine Auszeit vom Beruf nimmt, muss später mit deutlich niedrigeren Renten rechnen – oft, ohne das volle Ausmaß der finanziellen Einbußen zu erkennen. Schon kurze Unterbrechungen oder reduzierte Arbeitszeiten nach dem Elternurlaub können die spätere Altersvorsorge spürbar mindern.
Bereits nach vier Wochen unbezahltem Urlaub stellen Arbeitgeber die Zahlung der Sozialversicherungsbeiträge ein. Diese Lücke verringert direkt die Rentenpunkte, die Beschäftigte ansammeln. Bei einem Bruttogehalt von 3.000 Euro kostet ein einjähriger Berufsausstieg später rund 30 Euro monatlich an Rentenansprüchen. Bei zwei Jahren verdoppelt sich der Verlust auf etwa 60 Euro im Monat.
Staatliche Unterstützung – aber nur auf Antrag Das Rentensystem sieht zwar Entlastungen vor: Pro Kind können bis zu drei Jahre Kindererziehungszeit angerechnet werden, aktuell jeweils einen Rentenpunkt wert. Zum heutigen Stand bedeutet das etwa 40,79 Euro mehr Rente pro Monat. Doch diese Gutschriften werden nicht automatisch gewährt – sie müssen aktiv beantragt werden. Eltern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, erhielten für 2,5 Erziehungsjahre rund 8,50 bis 9,50 Euro monatlich, wobei die genauen Beträge regional variierten.
Teilzeit hat langfristige Folgen Auch eine Reduzierung der Arbeitszeit wirkt sich aus: Wer von 40 auf 30 Wochenstunden wechselt, verliert jährlich etwa 25 Prozent der Rentenpunkte. Über Jahrzehnte im Ruhestand summieren sich diese Abzüge zu Tausenden Euro an entgangenen Einnahmen. Um die Einbußen abzufedern, können freiwillige Beiträge (ab 112,16 Euro monatlich) oder ein Arbeitszeitkonto in der Elternzeit helfen. Ab Juli 2026 steigt der Wert eines Rentenpunkts auf 42,52 Euro – ein weiterer Grund, frühzeitig vorzusorgen.
Handlungsbedarf für Eltern Wer für die Kindererziehung die Arbeitszeit reduziert oder pausiert, riskiert später eine deutlich geringere Rente. Ohne Gegenmaßnahmen wächst der finanzielle Nachteil mit jedem Jahr geringeren Einkommens. Die Beantragung von Kindererziehungszeiten und freiwillige Nachzahlungen können helfen, die Verluste zu begrenzen.






