12 March 2026, 18:19

Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig abrupt gestoppt – Kulturgut in Gefahr

Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte umgeben von Illustrationen und Text, das einen klassischen und zeitlosen Eindruck vermittelt.

Kein Erweiterungsbau für die Deutsche Nationalbibliothek - Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek Leipzig abrupt gestoppt – Kulturgut in Gefahr

Pläne für Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestoppt

Bundesbeauftragter für Kultur, Wolfram Weimer, hat die geplante Erweiterung der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig gestrichen. Die Entscheidung hinterlässt die Einrichtung trotz jahrelanger Vorbereitungen und Investitionen mit akutem Platzmangel. Bibliotheksvertreter kritisieren den Schritt scharf und warnen vor wachsenden Herausforderungen bei der Bewahrung des veröffentlichten Kulturguts Deutschlands.

Die Erweiterung sollte ein drängendes Problem lösen: Die Lagerkapazitäten in Leipzig sind nahezu erschöpft. Täglich gehen rund 13.100 neue Bücher, Zeitschriften und andere Medien ein. Laut geltender Pflichtabgaberegelung müssen Verlage von jeder Veröffentlichung zwei physische Exemplare einreichen – was die Lagerkapazitäten zusätzlich belastet.

Ohne den Neubau hat die Bibliothek bereits begonnen, Bestände in ihre Frankfurter Dependance auszulagern. Doch diese Übergangslösung behebt das grundlegende Problem nicht. Über sieben Millionen Euro waren bereits in die Planung des Leipziger Anbaus geflossen, und alternative Lagerlösungen würden ebenfalls erhebliche Mittel erfordern.

Minister Weimer begründete seine Entscheidung mit geplanten Änderungen im Pflichtabgabesystem. Er schlägt vor, die Anzahl der abzuliefernden physischen Exemplare von zwei auf eines zu reduzieren. Wo möglich, sollen Veröffentlichungen künftig nur noch in digitaler Form eingereicht werden. Sein Ziel ist ein überwiegend digitales Archiv, doch ein Zeitplan für die Umstellung steht noch aus.

Die Absage der Leipziger Erweiterung lässt der Bibliothek kaum Spielraum im Umgang mit ihren überfüllten Sammlungen. Digitale Reformen könnten langfristig Entlastung bringen, doch aktuell bleibt physischer Stauraum das zentrale Problem. Die Einrichtung muss nun nach anderen Wegen suchen, um Deutschlands stetig wachsenden Bestand an Publikationen zu lagern und zu erhalten.

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