05 April 2026, 10:18

EU-Reform des Emissionshandels: Wie die Industrie von neuen ETS-Regeln profitieren soll

Graphik, die die Emissionsreduktionsziele des Paris-Abkommens zeigt, mit blauer und grüner Linie, die die Emissionen über die Zeit angeben, beschriftet mit "Paris-Abkommen" und "Emissionenreduktionsziel"

EU-Reform des Emissionshandels: Wie die Industrie von neuen ETS-Regeln profitieren soll

EU-Kommission stellt erste Reformen des Emissionshandels vor

Diese Woche wird die Europäische Kommission ihre ersten Reformvorschläge für das EU-Emissionshandelssystem (ETS) vorlegen. Die Änderungen zielen darauf ab, die CO₂-Preise zu stabilisieren und energieintensive Branchen zu entlasten, die mit hohen Stromkosten kämpfen. Betroffen sein wird auch der Chemiekonzern Evonik, der das aktuelle System seit Langem kritisiert.

Am Mittwoch wird die Kommission ihre ersten Pläne für die ETS-Reform präsentieren. Eine zentrale Neuerung ist die Anpassung der Marktstabilitätsreserve (MSR), um Preisschwankungen zu dämpfen und die Widerstandsfähigkeit gegen Versorgungsengpässe zu stärken. Zudem wird die dauerhafte Streichung überschüssiger CO₂-Zertifikate innerhalb der MSR abgeschafft.

Weitere Reformen sind für Juli geplant, darunter die Verlängerung der kostenlosen Zuteilung von CO₂-Zertifikaten über das Jahr 2034 hinaus. Davon würden energieintensive Sektoren wie die Chemieindustrie profitieren, in der Evonik tätig ist. Die EU hat zudem zugestimmt, die Referenzwerte für die chemische Industrie anzupassen, um die Compliance-Anforderungen zu erleichtern.

Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor grundlegende Reformen des ETS oder sogar dessen Abschaffung gefordert. Kürzlich veröffentlichte er gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese einen Gastbeitrag im Handelsblatt, in dem sie pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse anmahnten. Darin betonten sie die Notwendigkeit von Politiken, die sowohl die industrielle Wettbewerbsfähigkeit stärken als auch die Klimaziele erreichen.

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Die Reformen werden maßgeblich beeinflussen, wie Branchen wie die Chemieindustrie in den kommenden Jahren mit den CO₂-Kosten umgehen. Kostenlose Zertifikate und angepasste Referenzwerte könnten den finanziellen Druck auf Unternehmen wie Evonik verringern. Die Vorschläge der Kommission im Juli werden weitere Klarheit über die langfristigen ETS-Regeln bringen.

Quelle