07 April 2026, 14:35

Expertenkommission schlägt radikale Gesundheitsreformen gegen Milliarden-Defizit vor

Plakat mit dem Text "Präsident Biden beschränkte die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und einem Logo.

Expertenkommission schlägt radikale Gesundheitsreformen gegen Milliarden-Defizit vor

Eine von der Regierung eingesetzte Expertenkommission hat eine Reihe von Gesundheitsreformen vorgelegt, die die wachsende Finanzkrise im System bewältigen sollen. Die Vorschläge kommen zu einem Zeitpunkt, at dem ein Defizit von voraussichtlich 15 Milliarden Euro bis 2027 droht – die Fehlbeträge könnten bis 2030 sogar über 40 Milliarden Euro erreichen. Gesundheitsministerin Nina Warken wird die Empfehlungen nun prüfen, bevor sie innerhalb der Koalition eine Einigung über das weitere Vorgehen anstrebt.

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Der Bericht der Kommission skizziert mehrere Maßnahmen zur Kostendämpfung, um den Haushalt im Gesundheitswesen zu stabilisieren. Eine zentrale Empfehlung sieht vor, die Krankenversicherungsbeiträge für Bezieher von Grundsicherungsleistungen in Höhe von 12 Milliarden Euro aus Bundessteuermitteln zu finanzieren. Ein weiterer Vorschlag zielt darauf ab, die Steuern auf Tabak und Alkohol schrittweise zu erhöhen, ergänzt um eine neue Zuckersteuer von 32 Cent auf zuckerhaltige Getränke.

Um unnötige Eingriffe zu reduzieren, schlägt die Kommission vor, vor planbaren Knieoperationen eine Zweitmeinung einzuholen. Daten zeigen, dass 85 Prozent der Patienten, die eine solche einholen, letztlich auf den Eingriff verzichten – was potenziell Milliarden einsparen könnte.

Die Reformen beinhalten zudem höhere Zuzahlungen für Patientinnen und Patienten, wodurch voraussichtlich 4 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Ärzte, Krankenhäuser und Pharmahersteller würden weitere 19 Milliarden Euro beisteuern. Bei vollständiger Umsetzung könnten die Änderungen dem System bereits im kommenden Jahr 42 Milliarden Euro und bis 2030 sogar 64 Milliarden Euro ersparen.

Die Vorschläge stoßen jedoch auf geteilte Reaktionen. Während einige die ambitionierten Pläne begrüßen, gibt es auch Kritik an konkreten Maßnahmen. Gleichzeitig müssen Versicherte und Arbeitgeber mit steigenden Kosten rechnen: Allein im nächsten Jahr werden voraussichtlich 260 Euro zusätzlich fällig, bis 2030 könnten es bis zu 680 Euro mehr sein.

Die Empfehlungen der Kommission gehen nun an Gesundheitsministerin Nina Warken zur weiteren Prüfung. Sie wird auswählen, welche Maßnahmen verfolgt werden sollen, und innerhalb der Koalition einen Kompromiss aushandeln. Falls die Reformen beschlossen werden, könnten sie die Finanzierung des Gesundheitswesens und die Eigenbeteiligung der Patienten in den kommenden Jahren grundlegend verändern.

Quelle