21 March 2026, 18:20

FDP in MV will dreigliedriges Schulsystem zurück – doch schafft sie den Landtagseinzug?

Alte Karte von St. Louis, Missouri, mit detaillierter Lageplaninformation von Fairbault High School auf Papier gedruckt.

FDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP in MV will dreigliedriges Schulsystem zurück – doch schafft sie den Landtagseinzug?

Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihr bildungspolitisches Programm vorgestellt. Die Partei setzt sich für tiefgreifende Reformen ein, darunter die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und strengere Sprachvorgaben für Kleinkinder. Umfragen zufolge steht die FDP jedoch vor einem harten Kampf, um wieder in den Landtag einzuziehen.

In den vergangenen 20 Jahren hat die FDP in Mecklenburg-Vorpommern ihre Haltung zur Bildungspolitik deutlich verändert. Noch 2002 unterstützte sie das dreigliedrige System aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Doch sinkende Schülerzahlen und die Abwanderung aus ländlichen Regionen führten dazu, dass die Partei das Modell der Regionalen Schule befürwortete – ein kooperativer Ansatz, um Bildungsangebote in dünn besiedelten Gebieten zu sichern. Nun will die FDP dieses System vollständig abschaffen und stattdessen die traditionellen Haupt- und Realschulen wieder einführen.

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Bundesvorsitzender Christian Dürr schlägt verbindliche Deutschtests für Kinder vor, und zwar zwei Jahre vor der Einschulung. Ziel sei es, sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler mit ausreichenden Sprachkenntnissen in die Schule kommen. Dürr betonte zudem, Deutschland solle Zuwanderung für Arbeitskräfte erleichtern – statt für den Bezug von Arbeitslosengeld.

Der Spitzenkandidat der FDP für die Landtagswahl, Jakob Schirmer, unterstrich, dass Freiheit im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen müsse. Dürr rief die Parteimitglieder dazu auf, die FDP als "radikale Alternative" zum politischen Establishment in Deutschland zu präsentieren. Die Partei spricht sich außerdem dafür aus, Förderschulen beizubehalten, den Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach zu ersetzen, das alle Glaubensrichtungen abdeckt.

Intern wird die FDP auf ihrem Parteitag im Mai über einen Antrag debattieren, der eine Neuwahl des Bundesvorstands vorsieht. Der Vorstoß spiegelt die anhaltenden Diskussionen über die künftige Ausrichtung der Partei wider, die in Umfragen derzeit unter der Fünf-Prozent-Hürde liegt – der Schwelle, die für den Wiedereinzug in den Landtag Mecklenburg-Vorpommerns nötig wäre.

Mit ihrem Bildungsprogramm bricht die FDP bewusst mit früheren Positionen: Sie greift alte Strukturen wieder auf, stellt aber gleichzeitig neue Forderungen in den Bereichen Sprache und Migration. Angesichts der bevorstehenden Wahl muss die Partei nun die Wähler überzeugen, ihr den Weg zurück ins Parlament zu ebnen. Ob ihr das gelingt, hängt davon ab, ob ihre Reformagenda in einer Region Anklang findet, in der sie in den letzten Jahren an Unterstützung verloren hat.

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