Gebrauchtwagenmarkt stabilisiert sich nach Pandemie-Höchstständen
Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland hat in den vergangenen Jahren deutliche Veränderungen erlebt. Während der Pandemie stiegen die Preise stark an, haben sich seitdem aber stabilisiert – auch wenn einige Modelle weiterhin hohe Werte halten. Eine Mischung aus Lieferkettenstörungen, Halbleitermangel und veränderter Nachfrage hat den Kauf und Verkauf von Gebrauchtfahrzeugen grundlegend verändert.
Die Coronavirus-Pandemie löste weitreichende Probleme in den Lieferketten aus und traf die Automobilbranche besonders hart. Halbleiterhersteller verlagerten ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik und IT, sodass die Autoindustrie mit massiven Engpässen kämpfte. Zwischen 2021 und 2022 führte dies zu Produktionskürzungen von 7 bis 11 Millionen Fahrzeugen weltweit – mit langen Wartezeiten für Neuwagen als Folge.
Da weniger Neuwagen verfügbar waren, stieg die Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen stark an. Die Preise kletterten innerhalb eines Jahres um etwa 19 Prozent – ein Rekordanstieg. Bis Anfang 2024 stiegen die Halterwechsel bei Gebrauchtwagen um 7,4 Prozent auf rund 6,48 Millionen Einheiten.
Mittlerweile hat sich der Markt etwas beruhigt. Anfang 2025 liegt der Durchschnittspreis für einen Gebrauchtwagen bei etwa 27.800 Euro – ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Höchststand 2023. Fahrzeuge verbringen nun durchschnittlich 57 Tage auf den Händlerhöfen, deutlich weniger als vor der Pandemie. Dennoch haben nicht alle Modelle an Wert verloren: SUVs und beliebte Kompaktwagen wie der VW Tiguan oder der BMW X1 bleiben stark nachgefragt und behalten ihren Wert oder steigern ihn sogar.
Elektroautos verzeichnen dagegen eine stärkere Wertminderung. Ein drei Jahre altes Batterie-Elektrofahrzeug wird heute nur noch zu etwa 50 Prozent des Neupreises gehandelt – 2023 waren es noch 61,5 Prozent.
Der Gebrauchtwagenmarkt bleibt dynamisch, wobei sich die Preise nach den starken Anstiegen während der Pandemie nun auf einem stabilen Niveau bewegen. Während Segmente wie SUVs und Kompaktmodelle ihren Wert gut halten, verlieren Elektrofahrzeuge schneller an Wert. Die Händler verkaufen ihre Bestände wieder zügiger – ein Zeichen für eine Rückkehr zu normaleren Marktbedingungen.






