Gefängnisbau in Zwickau-Marienthal: Kosten explodieren auf über 340 Millionen Euro
Hans D. FinkeSteuerzahlerverband: Gefängniserweiterung wird zum Millionenloch - Gefängnisbau in Zwickau-Marienthal: Kosten explodieren auf über 340 Millionen Euro
Gemeinsames Gefängnisprojekt in Zwickau-Marienthal: massive Verzögerungen und explodierende Kosten
Ursprünglich mit einem Budget von 172 Millionen Euro veranschlagt, hat das gemeinsame Gefängnisprojekt der Bundesländer Thüringen und Sachsen massive Verzögerungen und stark steigende Kosten zu verzeichnen. Es gilt mittlerweile als eine der teuersten Baustellen Ostdeutschlands.
Wolfgang Oehring, Landesvorsitzender des Bundes der Steuerzahler in Thüringen, macht für die kostentreibenden Entwicklungen eine Reihe von Versäumnissen verantwortlich: verzögerte Genehmigungen, wiederholte Planungsfehler und mangelnde Bauaufsicht. Zudem wurde der bisherige Generalplaner nach offensichtlichen Mängeln in der Ausführung entlassen.
Sachsen hat die Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro inzwischen beendet, ein neuer Verantwortlicher wurde jedoch noch nicht öffentlich benannt. Der Bund der Steuerzahler fordert nun schärfere Kontrollen bei künftigen Projekten. Besser strukturierte Planung und lückenlose Überwachung könnten demnach verhindern, dass über Jahre hinweg Steuergelder verschwendet werden. Aktuell ruhen die Bauarbeiten, während sich die rechtlichen Auseinandersetzungen häufen. Ohne absehbare Lösung steigt die Endabrechnung weiter an.
Mittlerweile liegt die Gesamtkosten des Gefängnisses bei mehr als dem Doppelten der ursprünglichen Kalkulation. Juristische Streitigkeiten und Baumängel haben das Vorhaben in eine Sackgasse manövriert. Die Behörden stehen unter Druck, die Kontrollen zu verschärfen und bei komplexen Großprojekten weitere finanzielle Verluste zu vermeiden.