18 March 2026, 00:50

Göttingens Gänseliesel feiert 125 Jahre – und hebt das Kussverbot auf

Eine Gravur eines Parkbrunnens mit einer Statue in der Mitte, umgeben von Bäumen und Menschen, mit Text am unteren Bildrand.

Kussverbot gelockert: Gänseliesel kann wieder geküsst werden - Göttingens Gänseliesel feiert 125 Jahre – und hebt das Kussverbot auf

Göttingens berühmte Gänseliesel-Brunnenfigur wird in diesem Jahr 125 Jahre alt

Das Wahrzeichen, das 1901 enthüllt wurde, ist seit langem ein Symbol der Studententradition. Zum Jubiläum heben Stadtverantwortliche im Jahr 2026 an drei besonderen Terminen ein seit Jahrhunderten geltendes Kussverbot vorübergehend auf.

Jahrzehntelang gehörte es für Erstsemester zum Brauch, die Gänseliesel zu küssen. Die Tradition entstand kurz nach der Aufstellung der Statue, wobei viele sogar in den Brunnen stiegen, um ihr einen Kuss zu geben. Doch 1926 verboten die Behörden die Praxis, um das Denkmal vor Beschädigungen zu schützen.

Die originale Figur litt im Laufe der Jahre unter starker Abnutzung. 1990 wurde sie schließlich durch eine Replik ersetzt, um ihr Erbe zu bewahren. Trotz des Verbots besuchen Promovenden den Brunnen noch heute, legen Blumen nieder und küssen die Statue als Teil ihrer Abschlussfeierlichkeiten.

Im kommenden Jahr lockert die Stadt die Regeln an drei Tagen: am 19. April, 4. Juni und 27. September. Besucher dürfen die Statue dann küssen oder sich mit ihr fotografieren lassen. Die Termine fallen mit wichtigen Ereignissen im akademischen Kalender Göttingens zusammen.

Die vorübergehende Aufhebung des Kussverbots bietet Studierenden und Gästen eine seltene Gelegenheit, mit dem historischen Denkmal in Kontakt zu treten. Die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum unterstreichen die anhaltende Bedeutung der Gänseliesel für die lokale Kultur. Die Verantwortlichen hoffen, dass die Veranstaltungen die Aufmerksamkeit auf das Wahrzeichen lenken – ohne dessen Erhalt zu gefährden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
AKTUALISIERUNG

Ein 1926er Rechtsstreit um das Kussrecht

Im 1926er Kussprozess wurde der Jurastudent Georg Graf Henckel von Donnersmarck wegen Küssens der Gänseliesel zu 10 Reichsmark Strafe verurteilt. Vor dem Berliner Kammergericht argumentierte er, dass 'Küssen keine Sünde ist' und forderte 'Kussfreiheit'. Das Gericht bestätigte das Verbot, doch sein Fall wurde zum Symbol des studentischen Widerstands. 'Geben Sie Kussfreiheit!' flehte er, doch die Strafe blieb bestehen.