Hainsberg-Papierfabrik meldet dritte Insolvenz in neun Jahren an – 85 Jobs in Gefahr
Hagen SieringHainsberg-Papierfabrik meldet dritte Insolvenz in neun Jahren an – 85 Jobs in Gefahr
Traditionelle Hainsberg-Papierfabrik meldet zum dritten Mal in neun Jahren Insolvenz an
Die historische Insolvenzbekanntmachung der Papierfabrik Hainsberg hat zum dritten Mal innerhalb von neun Jahren Insolvenz angemeldet. Das 1938 gegründete Unternehmen steht nun vor einer ungewissen Zukunft, nachdem es bereits 2017 und 2023 in die Pleite gerutscht war. Der jüngste finanzielle Zusammenbruch gefährdet 85 Arbeitsplätze, während die Branche mit steigenden Kosten und veränderten Nachfragestrukturen kämpft.
Obwohl das Werk 2024 umstrukturiert wurde, um den Betrieb zu stabilisieren, reichen die Maßnahmen nicht aus, um eine erneute Insolvenz abzuwenden. Ein vorläufiger Insolvenzverwalter wurde bestellt, um die Finanzen zu prüfen und mit Lieferanten sowie Kunden zu verhandeln. Das Unternehmen nannte keine konkreten Gründe für die Krise, doch die Papierbranche leidet unter hohen Energiepreisen, Materialengpässen und der Konkurrenz durch digitale Alternativen.
In Deutschland gab es seit 2021 rund 15 größere Insolvenzen in der Branche – deutlich mehr als in Schweden oder Finnland. Während die skandinavische Produktion stabil blieb, sank die deutsche Ausbringungsmenge im gleichen Zeitraum um 12 Prozent. Die Beschäftigten in Hainsberg könnten nun Anspruch auf Insolvenzgeld haben, darunter bis zu drei Monate ausstehender Lohn über die Bundesagentur für Arbeit.
Die wiederholten finanziellen Probleme des Werks spiegeln die übergeordneten Herausforderungen der gesamten Branche wider. Steigende Produktionskosten und sinkende Nachfrage nach klassischen Papierprodukten haben viele Unternehmen an den Rand des Ruins getrieben. Trotz seiner langen Geschichte hängt die Zukunft von Hainsberg nun von Handelsregister-Einträgen und den Marktbedingungen ab.
Die Insolvenzanmeldung lässt 85 Mitarbeiter in Unsicherheit zurück, wobei staatliche Leistungen mögliche Unterstützung bieten könnten. Die Prüfung durch den Verwalter wird zeigen, ob sich das Werk erholen kann oder weitere Arbeitsplatzverluste unvermeidbar sind. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Schwierigkeiten der deutschen Papierindustrie angesichts wirtschaftlicher und technologischer Umbrüche.
Neue Details zum dritten Insolvenzantrag der Hainsberg Paper Mill
Der neueste Insolvenzantrag der Hainsberg Paper Mill wurde offiziell mit genauen Verfahrensschritten registriert. Wichtige Entwicklungen sind:
- Das Amtsgericht Dresden stellte das Insolvenzverfahren am 5. Februar 2026 fest.
- Die Rechtsanwältin Susanne Berner von Dr. Berner & Partner Rechtsanwälte wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt, um die Finanzen zu prüfen und den Betrieb zu stabilisieren.






