Hamburgs Exporte in die USA brechen um 60 Prozent ein – doch die Stadt kämpft zurück
Margot RudolphTschentscher kritisiert US-Handelspolitik - Hamburgs Exporte in die USA brechen um 60 Prozent ein – doch die Stadt kämpft zurück
Hamburg verzeichnete 2025 einen drastischen Rückgang der Exporte in die USA: In den ersten neun Monaten brachen die Zahlen um über 60 Prozent ein. Der Einbruch folgt auf die verschärfte Zollpolitik der Vereinigten Staaten unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Trotz dieses Rückschlags wuchs der Gesamthandel der Stadt – dank gestiegener Exporte in andere Regionen.
Gleichzeitig bleibt Hamburg eine entschiedene Verfechterin des Freihandels. Die traditionsreiche Hafenstadt feierte kürzlich ihr jährliches Matthiae-Mahl, das älteste durchgehend stattfindende Bankett der Welt, bei dem die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, als Ehrengäste willkommen geheißen wurden.
Der starke Exportrückgang in die USA belastet die Hamburger Wirtschaft. Als einer der wichtigsten Handelsstandorte Europas bleibt die Stadt anfällig für geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Verschiebungen und Lieferkettenprobleme. Bürgermeister Peter Tschentscher kritisierte Trumps Zollmaßnahmen öffentlich als schädlich für den transatlantischen Handel.
Dennoch stieg das gesamte Handelsvolumen Hamburgs weiter an. Die Stadt gleicht die Verluste auf dem US-Markt durch verstärkte Exporte in andere Regionen aus. China bleibt neben den USA einer der wichtigsten Handelspartner Hamburgs.
Um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern, sucht Hamburg aktiv nach neuen Handelsbeziehungen. Offizielle Stellen loben jüngste Abkommen wie CETA (das EU-Kanada-Abkommen), den Mercosur-Pakt und ein neues Handelsabkommen mit Indien. Diese Schritte unterstreichen Hamburgs langjährige Unterstützung für die Freihandelspolitik der EU und festigen seine Rolle als zentraler Akteur im Welthandel.
Die Hamburger Exporte in die USA haben zwar gelitten, doch das allgemeine Exportwachstum zeigt Widerstandsfähigkeit. Die Stadt setzt nun stärker auf Diversifizierung und sichert sich Handelsvereinbarungen mit Kanada, Südamerika und Indien. Gleichzeitig bleibt ihr Engagement für Freihandel und internationale Partnerschaften ungebrochen – wie beim diesjährigen Matthiae-Mahl deutlich wurde.






