Hunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios
Hans D. FinkeHunderte protestieren in Halle gegen rechtsextreme Verbindungen eines Kampfsportstudios
Hunderte Demonstranten versammelten sich am Wochenende in Halle, um gegen ein Kampfsportstudio zu protestieren, dem Verbindungen zur rechtsextremen Szene vorgeworfen werden. Die Kundgebung richtete sich gegen die Gladiator Fight Academy, die Kritiker als Rekrutierungszentrum für extremistische Netzwerke bezeichnen. Organisiert wurde die Demonstration von der antifaschistischen Gruppe Daumen runter (Thumbs Down), die vor allem junge Menschen vor dem Hauptbahnhofs der Stadt zusammenbrachte.
Im Fokus der Proteste stand die Gladiator Fight Academy, ein Kampfsportstudio, das mit mehreren Akteuren der deutschen Rechtsextremisten-Szene in Verbindung gebracht wird. Zu den zentralen Figuren zählt Theo Weiland, ein bekannter Kämpfer und ehemaliger Anführer des Jungsturms Erfurt. Auch Christopher Henze, dem Kontakte zur Hooligan-Szene des 1. FC Lokomotive Leipzig nachgesagt werden, trainiert dort. Hans Krüger, ein Jugendtrainer im Studio und Anhänger von Energie Cottbus, steht ebenfalls im Verdacht, Verbindungen zu rechtsextremen Hooligan-Kreisen zu unterhalten.
Erst kürzlich veranstaltete die Akademie in Teutschenthal die Premiere ihrer Gladiator Fight Series. Die Veranstaltung fand in einem kommunalen Kulturzentrum statt und zog scharfe Kritik der Demonstranten auf sich. Unter den Gästen befanden sich rechtsextreme Aktivisten sowie Politiker der AfD: Paul Backmund, Kandidat für die anstehende Landtagswahl, Fabian Jank, Landtagsabgeordneter aus Brandenburg, und Benedikt Weiß, ein weiterer AfD-Bewerber.
Die Protestierenden forderten die Schließung des Studios und skandierten Parolen wie „Nazis raus aus unseren Kiezen!“ während ihres Marsches. Die Kundgebung unterstrich die Befürchtungen, dass die Akademie unter dem Deckmantel des Kampfsports extremistische Strukturen fördere.
Der Protest in Halle reiht sich in eine wachsende öffentliche Auseinandersetzung mit der Gladiator Fight Academy und ihren mutmaßlichen Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen ein. Lokale Aktivisten kündigten an, den Druck auf die Behörden aufrechterhalten zu wollen, um die Aktivitäten des Studios zu überprüfen. Die Führung der Akademie hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.






