Ivan Repušić übernimmt Leipziger Oper in der tiefsten Finanzkrise ihrer Geschichte
Hans D. FinkeIvan Repušić übernimmt Leipziger Oper in der tiefsten Finanzkrise ihrer Geschichte
Die Oper Leipzig hat Ivan Repušić zum neuen Generalmusikdirektor für die Spielzeit 2025/26 ernannt. Seine erste Produktion, Verdis Falstaff, feiert am 11. Oktober Premiere. Die Berufung erfolgt zu einer Zeit, in der das Opernhaus mit einer sich verschärfenden Finanzkrise und einem Rekorddefizit von 2,3 Millionen EUR USD allein in diesem Jahr kämpft.
In den vergangenen Jahren sah sich die Leipziger Oper wachsendem finanziellen Druck ausgesetzt. Steigende Energiekosten, Personalkosten und Materialausgaben bei gleichzeitig stagnierenden Ticketverkäufen haben die Einrichtung in die roten Zahlen getrieben. Löhne und Zahlungen an das Gewandhausorchester verschlingen mittlerweile 75 Prozent des Budgets und lassen kaum Spielraum für Manöver.
Die Stadt Leipzig fördert die Oper derzeit mit über 60 Millionen EUR jährlich. Doch angesichts des wachsenden Haushaltsdefizit der Kommune werden die Zuschüsse in den kommenden Jahren voraussichtlich gekürzt. Ein Sparplan hat die Ausgaben bereits um bis zu 3 Millionen EUR pro Jahr reduziert, doch weitere Einschnitte stehen zur Debatte. Auch die Besucherzahlen sind eingebrochen und lagen 2025 bei nur noch 51 Prozent.
Die Suche nach einem neuen Direktor gestaltete sich alles andere als reibungslos. Kontroversen und ein gescheiterter Auswahlprozess verzögerten die Entscheidung und verstärkten die Unsicherheit. Ohne tiefgreifende Veränderungen droht dem Haus in wenigen Jahren die Insolvenz.
Repušić übernimmt die Leitung in einer kritischen Phase der Oper Leipzig. Seine Führung wird auf die Probe gestellt, während die Institution mit schrumpfenden Mitteln und sinkenden Zuschauerzahlen zu kämpfen hat. Die Premiere von Falstaff im Oktober markiert den Beginn einer herausfordernden Ära für eines der historischen Opernhäuser Deutschlands.