17 April 2026, 16:38

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – eine provokante Protestaktion gegen den Modekonzern

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, located at No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird offiziell zu Hugo Boss – eine provokante Protestaktion gegen den Modekonzern

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – eine provokante Aktion gegen die Modemarke. Die Entscheidung folgt anhaltender Kritik an den aggressiven juristischen Schritten des Unternehmens gegen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen. Lycett thematisierte dabei auch die umstrittene Vergangenheit der Marke während des Zweiten Weltkriegs.

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Das Modeunternehmen Hugo Boss, 1924 gegründet, gerät immer wieder in die Schlagzeilen, weil es Abmahnungen an Organisationen verschickt, die das Wort "BOSS" verwenden. Die kleine Brauerei Boss Brewing aus Swansea musste tausende Pfund für Anwalts- und Umfirmierungskosten aufbringen, nachdem sie eine solche Warnung erhalten hatte. Auch die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss sah sich mit juristischen Drohungen konfrontiert, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen.

Der Firmengründer Hugo Ferdinand Boss war ein bekanntes Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. Historische Aufzeichnungen belegen, dass das Unternehmen während des Krieges Uniformen für die SS produzierte. Lycett, der nun offiziell Hugo Boss heißt, betonte, persönlich nichts mit dem NS-Regime zu tun zu haben.

Mit über 14.000 Mitarbeitenden in 127 Ländern verzeichnet der Modekonzern jährliche Umsätze von mehr als 2,3 Milliarden Pfund. Lycett plant, seinen neuen Namen zu nutzen, um in seiner Verbrauchersendung Got Your Back ein Produkt vorzustellen – und damit den Konflikt weiter in den Fokus zu rücken.

Lycetts Namensänderung lenkt die Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit der Marke und ihre aktuellen juristischen Methoden. Kleine Unternehmen und gemeinnützige Initiativen geraten durch die Markenrechtspolitik von Hugo Boss oft in finanzielle Bedrängnis. Die Aktion des Komikers könnte die Debatte über unternehmerische Verantwortung und den Umgang mit historischer Schuld neu entfachen.

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