23 December 2025, 15:02

Kampagne gegen Bürgermeister bleibt ohne Folgen

Ein weißer Polizeiwagen steht im Vordergrund mit mehreren Autos, die sich auf der Straße dahinter bewegen, umgeben von Gras und Bäumen auf beiden Seiten.

Kampagne gegen Bürgermeister bleibt ohne Folgen

Die Diffamierungskampagne gegen den ehemaligen Bürgermeister von Nebelschütz, Thomas Zschornak, ist ohne Konsequenzen für die Beteiligten beendet worden. Die Ermittlungen wegen Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung wurden im Dezember 2025 eingestellt – trotz schwerwiegender Verdachtsmomente gegen zwei namentlich bekannte Personen. Zschornak, der sich während seiner Amtszeit für Nachhaltigkeit einsetzte, will nun gegen diese Entscheidung vorgehen und gleichzeitig eine neue Stiftung gründen, um lokale Umweltinitiativen zu fördern.

Die Kampagne gegen Zschornak begann mit anonymen Websites, Flugblättern und Handzetteln, in denen ihm finanzielle Verfehlungen vorgeworfen wurden. Die Anschuldigungen reichten von der Verschuldung der Gemeinde über fragwürdige Geschäfte bis hin zur Beschaffung eines vergünstigten Grundstücks für seinen Sohn. Spätere Untersuchungen entkräfteten sämtliche Vorwürfe.

Zschornak erstattete daraufhin 2023 Strafanzeige, zunächst gegen unbekannte Täter, später mit dem Verdacht gegen André Bulang und Mirko Domaschke. Trotz vorhandener Beweise stellten die Staatsanwaltschaft Görlitz und die Generalstaatsanwaltschaft Dresden das Verfahren ein – mit der Begründung, dass keine individuelle Schuld nachweisbar sei. Zschornak kritisierte diese Entscheidung scharf: Nicht alle Spuren, darunter auch Erkenntnisse eines Privatdetektivs, seien ausreichend geprüft worden. Er warnte, dass die Straflosigkeit andere davon abhalten könnte, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren, und damit die Zivilgesellschaft schwächen würde. Sachsens stellvertretende Ministerpräsidentin Petra Köpping verurteilte unterdessen die Schikanen als Angriff auf die Demokratie und forderte die Behörden auf, gegen politisch motivierte Belästigung vorzugehen.

Nun gründet Zschornak die Stiftung Enkeltauglich, um nachhaltige Regionalprojekte zu finanzieren – ein Neuanfang nach der Hetzkampagne. Der Fall bleibt ungeklärt, gegen die Beschuldigten wurden keine Anklagen erhoben. Zschornaks neue Stiftung wird sich auf ökologische und soziale Vorhaben in Nebelschütz konzentrieren. Sein Rechtsbehelf gegen die Einstellung der Ermittlungen ist noch anhängig.