Katherina Reiche kämpft gegen die Energiekrise – schafft sie die Wende in Deutschlands Gasspeichern?
Margot RudolphKatherina Reiche: Habeck muss sich jetzt beweisen - Katherina Reiche kämpft gegen die Energiekrise – schafft sie die Wende in Deutschlands Gasspeichern?
Deutschlands neue Wirtschaftsministerin Katherina Reiche steht unter wachsendem Druck, die Energiekrise des Landes in den Griff zu bekommen. Sie übernimmt das Amt von Robert Habeck, dessen Politik während des Ukraine-Kriegs schwere Versorgungsengpässe abwendete. Angesichts explodierender Gaspreise und gefährlich niedriger Speicherstände in den Bundesländern muss Reiche nun beweisen, dass sie der Herausforderung gewachsen ist.
Reiche erbt ein fragiles Energiesystem. Die unter deutsche Kontrolle gestellten Gasspeicher sind im Februar 2026 mit nur 20 bis 29 Prozent Füllstand weit unter dem üblichen Winterlevel – fast leer. Zwar stiegen die Importe im Vergleich zum Vorjahr um 22,9 Prozent, doch Sorgen um die langfristige Versorgungssicherheit in Deutschland bleiben bestehen.
Sie hat eine bereits 2022 von Habeck eingerichtete Gas-Taskforce reaktiviert. Doch trotz Warnungen vor den Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Preise wurden bisher keine entscheidenden Maßnahmen ergriffen, um den jüngsten Preisanstieg zu bremsen. Die Gaskosten haben sich innerhalb weniger Tage verdoppelt – Experten fürchten eine Verdreifachung, sollte sich die Lage weiter zuspitzen.
Reiche gibt sich zuversichtlich: Mitte Februar prognostizierte sie, die Versorgung für den kommenden Winter sei gesichert. Kritiker verweisen jedoch auf die Risiken durch die anhaltende Instabilität im Nahen Osten. Die Notfallpläne ihres Vorgängers – ausgearbeitet nach Russlands Angriff auf die Ukraine – halfen damals, das Schlimmste zu verhindern. Nun, mit Norwegen als wichtigstem Gaslieferanten Deutschlands, bleibt das System zwar stabil, steht aber unter Spannung.
Die Erwartungen an Reiche sind hoch. Sie anerkennt Habecks Erfolge in vergangenen Krisen, doch ihr eigener Erfolg wird davon abhängen, ob es ihr gelingt, Speicherstände, Importe und Preisschwankungen zu managen. Mit dem nahenden Winter wird sich in den kommenden Monaten zeigen, ob ihre Strategien Deutschlands Energiesystem auf sicheren Boden stellen können.






