KNDS plant Mega-Börsengang 2026 trotz Verzögerungen bei europäischen Rüstungsprojekten
Hans D. FinkeKNDS plant Mega-Börsengang 2026 trotz Verzögerungen bei europäischen Rüstungsprojekten
Der Rüstungskonzern KNDS treibt seine Pläne für einen Börsengang (IPO) im Jahr 2026 mit einem Volumen von 20 Milliarden Euro voran. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro erzielte, verfügt zudem über einen Auftragsbestand von 23,5 Milliarden Euro. Trotz Verzögerungen bei großen europäischen Rüstungsprojekten bleibt der Konzern zuversichtlich in Bezug auf seine Marktchancen.
KNDS strebt an, einer der größten Börsengänge im europäischen Verteidigungssektor der letzten Jahre zu werden. Das Unternehmen peilt eine Bewertung von 20 Milliarden Euro an, gestützt durch eine starke Nachfrage und ein wachsendes Auftragsbuch. Erfolgreiche jüngere Börseneinführungen wie die von Vincorion und CSG deuten auf ein günstiges Marktumfeld für IPOs in der Rüstungsbranche hin.
Der Zeitpunkt des Börsengangs fällt in eine Phase, in der zwei zentrale europäische Rüstungsprogramme mit Rückschlägen zu kämpfen haben. Das Future Combat Air System (FCAS), ein Projekt für ein Kampfflugzeug der nächsten Generation unter Beteiligung Frankreichs, Deutschlands und Spaniens, wurde von 2040 auf 2045 verschoben. Phase 2 des Programms wird Ende 2025 pausieren, wodurch die Arbeiten an den Demonstrationsflugzeugen gestoppt werden. Streitigkeiten über die Arbeitsaufteilung – insbesondere zwischen Dassault und Airbus – sowie technische Meinungsverschiedenheiten haben den Fortschritt gebremst. Der französische Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz vermitteln nun in dem Konflikt; eine Entscheidung wird bis Mitte April 2026 erwartet.
Auch das Main Ground Combat System (MGCS), ein weiteres großes europäisches Rüstungsvorhaben, wurde auf 2045 verschoben. KNDS betont jedoch, dass der eigene Börsengang von diesen Verzögerungen unberührt bleibe. Das Unternehmen plant, seine Produktionskapazitäten um das Zwei- bis Dreifache auszubauen, um der steigenden globalen Nachfrage gerecht zu werden. Die vorläufige Lockerung der deutschen Rüstungsexportregeln, die bis zum 15. September 2026 gilt, könnte dieses Wachstum zusätzlich fördern.
KNDS setzt seinen Kurs für den Börsengang 2026 fort und strebt eine Bewertung von 20 Milliarden Euro an. Die Expansionspläne des Unternehmens und der solide Auftragsbestand fallen in eine Zeit, in der wichtige europäische Rüstungsprojekte mit Verzögerungen konfrontiert sind. Bei Erfolg würde der Börsengang zu den größten im europäischen Verteidigungssektor der jüngeren Geschichte zählen.






