16 March 2026, 22:21

Kopf-an-Kopf-Rennen in Baden-Württemberg: Grüne und CDU kämpfen um die Macht nach knapper Landtagswahl

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa.

Müller-Chef ermutigt CDU zu Koalition mit AfD - Kopf-an-Kopf-Rennen in Baden-Württemberg: Grüne und CDU kämpfen um die Macht nach knapper Landtagswahl

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Grüne und CDU liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen um die Macht

Die jüngste Landtagswahl in Baden-Württemberg hat die Grünen und die CDU in ein enges Rennen um die Regierungsbildung gestürzt. Beide Parteien halten jeweils 56 Sitze, doch die Grünen gewannen mit 30,2 Prozent der Stimmen knapp die relative Mehrheit – vor der CDU, die auf 29,7 Prozent kam. Nun hat Theo Müller, eine prägende Figur der bayerischen CDU-Schwesterpartei CSU, für Diskussionen gesorgt, indem er vorschlug, die CDU solle eine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD prüfen – statt die bestehende Koalition mit den Grünen fortzusetzen.

Müller, Milchindustrieller und CSU-Mitglied, kritisierte offen, dass die CDU gegenüber Cem Özdemir, dem Spitzenkandidaten der Grünen, eine untergeordnete Rolle spielen solle. Stattdessen regte er an, die CDU solle entweder eine Koalition mit der AfD eingehen oder deren Unterstützung im Landtag akzeptieren. Seine Äußerungen reiht sich in eine Serie kontroverser Aussagen ein – darunter ein früheres Treffen mit der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel, die er einst als "eine Freundin" bezeichnete.

Zudem lobte Müller den AfD-Spitzenkandidaten in Baden-Württemberg, Markus Frohnmaier, und behauptete, "was er sagt, ergibt Sinn". Diese Haltung steht im scharfen Kontrast zur aktuellen Linie der CDU, für die eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition nach wie vor der naheliegendste Weg zur Regierungsbildung wäre. Die AfD hat sich bisher weder zu Müllers Aussagen geäußert noch konkrete Schritte für ein mögliches Bündnis mit der CDU skizziert.

Die Wahl hat beide großen Parteien mit gleicher Sitzzahl zurückgelassen, was die anstehenden Verhandlungen entscheidend macht. Doch Müllers Vorschlag einer "schwarz-blauen" Koalition – also einer Zusammenarbeit von CDU und AfD – wirft zusätzliche Unsicherheit in die politische Landschaft.

Nun steht die CDU vor der Wahl, entweder das Bündnis mit den Grünen aufrechtzuerhalten oder Müllers Idee einer Annäherung an die AfD zu verfolgen. Ohne klare Mehrheit wird der weitere Kurs über die politische Zukunft Baden-Württembergs entscheiden. Das Ergebnis könnte zudem die innerparteiliche Debatte der CDU über ihr Verhältnis zu rechtspopulistischen Kräften auf Bundesebene prägen.

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