28 January 2026, 00:21

Landtagspräsidentin warnt vor wachsendem Antisemitismus in Schleswig-Holstein

Ein Feld rechteckiger Betonplatten höherer Gröüe, die in einem Gittermuster angeordnet sind, bekannt als Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas, befindet sich in Berlin, Deutschland.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe - Landtagspräsidentin warnt vor wachsendem Antisemitismus in Schleswig-Holstein

Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtages, hat vor einem besorgniserregenden Anstieg des Antisemitismus in der Region gewarnt. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Itzehoe ehrte sie die Opfer des Nationalsozialismus und verwies zugleich auf jüngste Vorfälle von Vandalismus und Hass in öffentlichen Räumen.

Die Veranstaltung gedachte der Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden – darunter sechs Millionen jüdische Männer, Frauen und Kinder. Daneben wurde auch der ermordeten Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politischen Gegnern sowie LGBTQ+-Personen gedacht.

Während der Zeremonie berichtete der 105-jährige Holocaust-Überlebende Nicolaus Blättermann von seinen erschütternden Erfahrungen mit Verfolgung, Zwangsarbeit und Haft in Konzentrationslagern. Herbst würdigte sein lebenslanges Engagement für den Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland als den 'größten Triumph über die Nazis'. Sie betonte, dass Erinnerung eine 'dauerhafte Pflicht der demokratischen Gesellschaft' bleibe. Gleichzeitig verurteilte sie aktuelle antisemitische Vorfälle und erklärte, solche Taten gefährdeten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und dürften niemals toleriert werden.

Die Gedenkveranstaltung in Itzehoe verband die Erinnerung an die Vergangenheit mit der Auseinandersetzung über heutige Herausforderungen. Herbsts Warnungen vor wachsendem Antisemitismus gingen einher mit Appellen zu Wachsamkeit und Geschlossenheit. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung, das Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft wachzuhalten.