Leipziger Podiumsdiskussion beleuchtet rechtsextreme Gewalt in Ostdeutschland seit den 1990ern
Hagen SieringLeipziger Podiumsdiskussion beleuchtet rechtsextreme Gewalt in Ostdeutschland seit den 1990ern
Diskussion über rechtsextreme Gewalt in Ostdeutschland am Samstag, 25. Oktober, in Leipzig
Unter dem Titel „Meldet euch zu Wort! Rechtsextreme Gewalt in der Vergangenheit und Gegenwart (Ost-)Deutschlands“ findet am kommenden Samstag in Leipzig eine Diskussion statt, die untersucht, wie extremistische Angriffe seit den 1990er-Jahren bis heute das Leben von Menschen, Städte und die Gesellschaft geprägt haben. Der Autor Lukas Rietzschel, der in Ostsachsen aufgewachsen ist, wird die Gesprächsrunde moderieren.
Die Veranstaltung beginnt um 17:00 Uhr und endet um 18:30 Uhr im Heizhaus Leipzig, organisiert in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Fragen: Was hat sich verändert? Was kehrt zurück? Und wie können Menschen weiterhin gegen rechtsextreme Gewalt Stellung beziehen?
Seit 1990 haben in Ostdeutschland über 220 Menschen ihr Leben durch rechtsextreme Angriffe verloren. Allein in Leipzig bleibt der Mord an einem irakischen Mann im Jahr 2020 durch zwei Rechtsextremisten ein erschütterndes Beispiel. Die Diskussion widmet sich insbesondere den Erfahrungen von Jugendlichen mit Gewalt, den Reaktionen des Staates und der Rolle der Erinnerung bei der Aufarbeitung der Vergangenheit. Zu den Gästen gehören Willie Wildgrube und Yasemin Said, die mit jungen Menschen arbeiten, die von Extremismus betroffen sind, sowie die Forscherin und Aktivistin Alina Chipo Zitzmann-Ndindah, die sich mit den Erfahrungen Schwarzer Menschen in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland beschäftigt.
Die Veranstaltung thematisiert auch die Zunahme rechtsextremer Aktivitäten seit 2017. Initiativen wie Colorido e.V. in Plauen setzen sich mit politischer Bildung, Dialog und Sozialarbeit gegen Extremismus ein. Durch den Austausch zwischen Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Betroffenen will die Diskussion persönliche Schicksale mit gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpfen.
Das Podium zielt darauf ab, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden und zu zeigen, wie rechtsextreme Gewalt weiterhin Biografien und städtische Räume prägt. Die Teilnehmer:innen hören Stimmen aus Aktivismus, Forschung und sozialer Arbeit, die sowohl historische Muster als auch aktuelle Herausforderungen reflektieren. Die Veranstaltung unterstreicht die anhaltende Notwendigkeit von Dialog und Widerstand angesichts von Extremismus.