14 March 2026, 18:22

MDR vor drastischen Kürzungen: Warum die Rundfunkgebühr nicht steigt

Eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung feiert auf der Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Schlagzeile "Weitpreubliche Zeitung".

MDR vor drastischen Kürzungen: Warum die Rundfunkgebühr nicht steigt

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) steht vor weiteren Haushaltskürzungen, nachdem ein geplanter Anstieg des Rundfunkbeitrags keine Zustimmung fand. Die aktuelle monatliche Gebühr von 18,36 Euro pro Haushalt sollte erhöht werden, doch nicht alle 16 Bundesländer stimmten der Anpassung zu. Ohne die zusätzlichen Mittel muss der MDR nun bis 2028 Millionen einsparen.

Im Februar 2024 hatte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) zunächst empfohlen, den Beitrag ab 2025 auf 18,94 Euro anzuheben. Doch der Vorschlag scheiterte am Erfordernis der einstimmigen Zustimmung aller Bundesländer. Ohne diese wurde die Erhöhung abgelehnt.

Die KEF passte ihre Empfehlung später nach unten auf 18,64 Euro an – begründet mit höheren als erwarteten Einnahmen. Doch auch dieser überarbeitete Plan kam nicht voran. Der MDR hatte bereits ein Sparprogramm über 160 Millionen Euro auf Basis der ursprünglichen Empfehlung eingeleitet, doch der ausbleibende Gebührenanstieg zwingt nun zu noch tieferen Kürzungen.

Falls keine Erhöhung beschlossen wird, muss der MDR weitere 60 Millionen Euro aus seinem Haushalt streichen. Selbst wenn später eine kleinere Anpassung auf 18,64 Euro für 2027 vereinbart wird, bleiben Einsparungen von zusätzlich 30 Millionen Euro bis Ende 2028 notwendig. Um diese Ziele zu erreichen, wird der Sender bestimmte Bereiche zurückfahren, interne Kosten senken und stärker auf interaktive Formate setzen, um die Zuschauerbindung zu halten.

Zudem plant der MDR, Ressourcen umzuschichten: Bestehende Programme sollen gestärkt, neue Formate entwickelt werden. Dennoch sind weitere Kürzungen unvermeidbar, sollte die Gebühr nicht wie ursprünglich vorgesehen steigen.

Der finanzielle Druck auf den MDR bleibt bestehen, da die abgelehnte Beitragserhöhung eine Lücke im Haushalt hinterlässt. Der Sender muss nun zusätzliche Einsparungen umsetzen – entweder sofort 60 Millionen Euro oder 30 Millionen Euro bis 2028, falls später eine kleinere Anpassung beschlossen wird. Die Entscheidungen werden in den kommenden Jahren direkte Auswirkungen auf das Programmangebot und die internen Abläufe haben.

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