Merz fordert Europas Abkehr von US-Abhängigkeit – und setzt auf Souveränität bis 2026
Hagen SieringMerz fordert größerne EU-Unabhängigkeit von den USA - Merz fordert Europas Abkehr von US-Abhängigkeit – und setzt auf Souveränität bis 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert EU zu größerer Unabhängigkeit von den USA auf
In einer jüngsten Rede hat Bundeskanzler Friedrich Merz die Europäische Union aufgefordert, ihre Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern. Er betonte die Notwendigkeit, dass Europa in den Bereichen Technologie, Sicherheit und Wirtschaftspolitik mehr Souveränität aufbauen müsse. Seine Äußerungen erfolgen vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen in den transatlantischen Beziehungen und des Drängens auf tiefgreifende Reformen der EU.
Bereits 2023 hatte Merz einen Kurswechsel angedeutet und argumentiert, Europa müsse sich in den Bereichen Verteidigung, Technologie und Handel von den USA unabhängiger machen. Seither haben Konflikte wie der Streit um Grönland sowie die Kritik am NATO-Bündnis unter dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump die Beziehungen weiter belastet. Bis 2026 hat seine Regierung die Zusammenarbeit mit Italien unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni intensiviert, mit Schwerpunkt auf gemeinsamen Rüstungsprojekten und wirtschaftlicher Freiheit.
Der Kanzler warnt seit Langem, dass zögerliche Reformen, übermäßige Regulierung und die Verfolgung unrealistischer Standards die Wettbewerbsfähigkeit der EU geschwächt hätten. Nun fordert er eine Rückkehr zu den Kernprioritäten: mehr Ehrgeiz, entschlossenes Handeln und die Wiederherstellung der europäischen Handlungsfähigkeit. Gleichzeitig sieht er Potenzial in Partnerschaften mit aufstrebenden Demokratien, die engere Bindungen an die EU suchen.
Merz stellt sich Deutschland als Zentrum eines flexiblen, souveränen Staatenverbunds vor, der Freihandel und Multilateralismus fördert. Zwar räumt er ein, dass sich die transatlantischen Beziehungen gewandelt hätten, doch bestehe er darauf, dass Europa auf eigene Stärke setzen müsse, um eine friedliche und wohlhabende Zukunft zu sichern.
Der Vorstoß für mehr EU-Autonomie hat bereits zu einer engeren deutsch-italienischen Zusammenarbeit in der Sicherheits- und Wirtschaftspolitik geführt. Während Merz für schnellere Reformen und weniger Abhängigkeiten wirbt, positioniert sich der Block zwischen dem Einfluss der USA und Chinas. Das Ziel bleibt ein eigenständigeres Europa in einer Zeit globaler Machtverschiebungen.