Merz zweifelt am Kohleausstieg – Energiepreise treiben Inflation auf Rekordniveau
Margot RudolphMerz zweifelt am Kohleausstieg – Energiepreise treiben Inflation auf Rekordniveau
Bundeskanzler Friedrich Merz hat Zweifel an dem geplanten Zeitplan für den Kohleausstieg Deutschlands geäußert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase stark steigender Energiepreise, die die Verbraucherpreise auf den höchsten Stand seit Jahren treiben. Ökonomen warnen nun vor dem stärksten Inflationsschub seit Ende 2024.
In einer Stellungnahme zur Energiepolitik räumte Merz ein, dass einige Kohlekraftwerke über die ursprünglich vorgesehenen Stilllegungsdaten hinaus in Betrieb bleiben müssten. Als Hauptgrund nannte er die anhaltende Volatilität auf den Öl- und Gasmärkten, die durch den Iran-Konflikt noch verschärft werde. Die Krise hat die Verbraucherpreise in Deutschland bereits um 2,6 % im Vergleich zum Vorjahr steigen lassen – der stärkste Anstieg seit Dezember 2024.
Ökonomen erwarten für März einen monatlichen Preissprung von 1,1 %, die größte Steigerung seit September 2022. Merz schlug vor, neue Gaskraftwerke zu bauen, um gemeinsam mit erneuerbaren Energien eine stabile Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig bekräftigte er die langfristige Verpflichtung Deutschlands, die Kapazitäten für Wind- und Solarenergie auszubauen.
Obwohl der Kanzler einen kurzfristigen Wiedereinstieg in die Kernenergie ausschloss, ließ er die Tür für künftige Forschungen zu kleinen modularen Reaktoren (SMR) offen. Seine Aussagen deuten auf einen Kurswechsel hin, während die Regierung Klimaziele und Energiesicherheit gegeneinander abwägt.
Die Vorschläge des Kanzlers spiegeln den wachsenden Druck durch hohe Energiepreise und geopolitische Spannungen wider. Eine Verlängerung des Kohlekraftwerksbetriebs und Investitionen in die Gasinfrastruktur könnten den Übergang Deutschlands zu erneuerbaren Energien verzögern. Unterdessen belastet die Inflation weiterhin die Haushaltsbudgets im ganzen Land.






