09 December 2025, 20:31

Modernisierungspaket beschlossen – doch Finanzstreit zwischen Bund und Ländern bleibt

Eine Luftaufnahme einer Stadt mit Gebäuden, Türmen, Kraftfahrzeugen, Werbetafeln, Schildern, Straßen, Bäumen, Straßenlaternen, Menschen, Absperrgittern und Informationsschildern unter einem klaren Himmel.

Staatsgipfel mit Merz: Modernisierungsagenda - Aber keine Lösung im Finanzstreit - Modernisierungspaket beschlossen – doch Finanzstreit zwischen Bund und Ländern bleibt

Bundesländer-Gipfel mit Merz: Modernisierungspaket – doch Streit um Finanzfragen bleibt

Bundesländer-Gipfel mit Merz: Modernisierungspaket – doch Streit um Finanzfragen bleibt

Bundesländer-Gipfel mit Merz: Modernisierungspaket – doch Streit um Finanzfragen bleibt

  1. Dezember 2025, 19:48 Uhr

Bei einem Bundesländer-Gipfel in Deutschland wurde ein umfassendes Modernisierungspaket mit über 200 Maßnahmen beschlossen. Im Fokus stehen Bürokratieabbau, digitale Aufrüstung und strengere Ausgabenkontrollen – vor dem Hintergrund jährlicher Haushaltsdefizite der Kommunen in Höhe von fast 30 Milliarden Euro. Zu den zentralen Reformen gehören beschleunigte Genehmigungsverfahren für Infrastrukturprojekte sowie ein neues digitales System für Behördendienstleistungen.

Eine der markantesten Neuerungen ist die sogenannte "Genehmigungsfiktion": Vollständige Anträge bei Behörden gelten künftig automatisch als bewilligt, wenn sie nicht innerhalb einer festgelegten Frist bearbeitet werden. Damit sollen Verzögerungen etwa bei Bauvorhaben oder Gewerbeanmeldungen vermieden werden.

Auch Infrastrukturprojekte erhalten grünes Licht schneller als bisher. Straßen, Brücken, Standorte für erneuerbare Energien, Glasfasernetze und Schulbauten werden nun priorisiert und beschleunigt genehmigt. Parallel entsteht ein einheitliches digitales Portal, über das Bürgerinnen und Bürger Ausweisdokumente, Bescheinigungen und behördliche Mitteilungen sicher per Smartphone abrufen können.

Steuerliche Prozesse werden ebenfalls vereinfacht: Vorausgefüllte und automatisierte Steuererklärungen sollen eingeführt werden – besonders entlastend für Rentner mit steuerpflichtigem Einkommen. Gleichzeitig werden Personalausweise für Menschen ab 70 Jahren dauerhaft gültig, sodass keine Verlängerungen mehr nötig sind.

Künstliche Intelligenz soll zudem Verwaltungsabläufe unterstützen. Gemeinsame Vorhaben zielen außerdem auf strengere Kontrollen bei Sozialleistungen und kommunalen Ausgaben ab. Dennoch bleibt die Steuerpolitik umstritten. Zwar hat der Bundestag am 4. Dezember eine Steuerreform für 2025 verabschiedet, die ab dem 1. Januar 2026 den Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie auf 7 Prozent senkt und die Pendlerpauschale erhöht. Doch der Bundesrat, der die Länderinteressen vertritt, hält an seiner Ablehnung fest – die Länder fordern finanzielle Ausgleichszahlungen. Bis zum 19. Dezember muss die Zustimmung erfolgen, damit die Änderungen wie geplant in Kraft treten.

Ziel der Reformen ist es, Bürokratie abzubauen, öffentliche Vorhaben zu beschleunigen und staatliche Dienstleistungen zu modernisieren. Gelingt bis zum 19. Dezember die Einigung im Bundesrat, treten die neue Mehrwertsteuerregelung und die erhöhte Pendlerpauschale wie vorgesehen zum Jahresbeginn in Kraft. Scheitert die Verständigung, drohen weitere Verzögerungen.