Münchner bricht Weltrekord – doch wer kennt die bayerische Hymne wirklich?
Hagen SieringMünchner bricht Weltrekord – doch wer kennt die bayerische Hymne wirklich?
Ein ehemaliger Münchner Stadtrat hat einen Weltrekord im Verbreiten des Wissens über die bayerische Landeshymne aufgestellt. Rudolf Hierl verteilte über eine halbe Million Textkarten, um das Bewusstsein für das Lied zu schärfen. Gleichzeitig gibt es weiterhin Bedenken, wie gut die Bayern – einschließlich ihres eigenen Regierungschefs – die Worte tatsächlich kennen.
Rudolf Hierls Initiative begann mit einem einfachen Ziel: den Bayern helfen, ihre Landeshymne zu lernen. Er druckte und verteilte mehr als 500.000 Karten mit dem vollständigen Liedtext. Seine Bemühungen brachten ihm einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde für die bisher größte Verbreitung von Hymnentexten ein.
Das Problem der Hymnenkenntnis beschränkt sich nicht auf Bayern. Die Europahymne, basierend auf Beethovens 9. Sinfonie, wird ohne Worte aufgeführt. Sie steht für Freiheit, Frieden und Solidarität, doch das Fehlen eines Textes macht es schwierig, mitzusingen. Die bayerische Hymne hingegen hat sehr wohl einen Text – doch viele Einwohner erinnern sich nur an die erste Zeile. Selbst Markus Söder, Bayerns aktueller Ministerpräsident, sah sich bereits Fragen zu seinen Kenntnissen des Liedes ausgesetzt. Während unklar bleibt, wie vertraut er mit der bayerischen Hymne ist, deuten Berichte darauf hin, dass er möglicherweise auch die Worte der Europahymne nicht kennt.
Hierls rekordverdächtige Kampagne wirft ein Schlaglicht auf ein größeres Problem: Viele Menschen tun sich schwer damit, regionale oder nationale Hymnen auswendig vorzutragen. Die Texte der bayerischen Hymne bleiben trotz Fördermaßnahmen weithin unbekannt. Vorerst zirkulieren die Karten weiter und bieten den Einwohnern die Chance, sich die Worte endlich einzuprägen.