Neuer Prozess um sexuelle Belästigung in Leipziger Aldi-Filiale beginnt im Oktober
Elfriede WielochNeuer Prozess um sexuelle Belästigung in Leipziger Aldi-Filiale beginnt im Oktober
Ein 44-jähriger Mann aus Leipzig muss sich in einem neuen Prozess wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung zweier Mitarbeiterinnen verantworten, die sich während seiner Tätigkeit als Filialleiter in einem Supermarkt in Leipzig ereignet haben sollen. Das Verfahren, das zunächst wegen mangelnder Beweise eingestellt worden war, wird nun ab dem 6. Oktober vor dem Landgericht Leipzig neu aufgerollt.
Die Vorwürfe datieren zurück ins Jahr 2021, als der Angeklagte in einer Aldi-Filiale im Leipziger Ortsteil Wachau beschäftigt war. Ihm wird vorgeworfen, sich am 16. April desselben Jahres vor einer Mitarbeiterin entblößt und explizit sexuelle Kommentare abgegeben zu haben. Monate später, im September oder Oktober, soll er eine weitere Kollegin angegriffen haben – er habe sie gepackt, gegen eine Wand gedrängt und ihr seinen erigierten Penis an den Rücken gepresst.
Das Amtsgericht Borna hatte den Mann im ersten Verfahren freigesprochen, da die Beweislage als unzureichend galt und die Aussagen der Zeugen widersprüchlich waren. Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Revision ein, woraufhin die Neuverhandlung angesetzt wurde. Das Landgericht Leipzig wird die Beweise nun erneut prüfen; weitere Verhandlungstermine sind für den 13., 15. und 16. Oktober vorgesehen.
Im Mittelpunkt des erneuten Prozesses steht die Frage, ob die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und Gewalt ausreichend belegt sind, um zu einer Verurteilung zu führen. Die Entscheidung wird maßgeblich von den in den kommenden Verhandlungstagen vorgelegten Beweisen abhängen.