16 March 2026, 00:35

Oberlausitz kämpft um Überleben: Bevölkerungsrückgang und hohe Strompreise bedrohen die Region

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Menschen in Armut und die Armutsquote von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Kontext für die Daten liefert.

Bedenken wegen struktureller Wandel in der Oberlausitz - Oberlausitz kämpft um Überleben: Bevölkerungsrückgang und hohe Strompreise bedrohen die Region

Oberlausitz steht vor einer sich verschärfenden Krise, da Bevölkerungsrückgang und Arbeitsplatzverluste die Zukunft der Region zunehmend gefährden. Lokale Politiker, darunter der CDU-Landtagsabgeordnete Marko Schiemann, warnen, dass dringend politische Weichenstellungen nötig sind, um einen weiteren wirtschaftlichen Niedergang zu verhindern. Ohne schnelleres Handeln droht der Strukturwandel weg vom Braunkohleabbau vollständig zu scheitern.

Seit 1995 haben die Landkreise Görlitz und Bautzen rund 180.000 Einwohner verloren. Der Rückgang hat sich durch anhaltende Arbeitsplatzverluste verschärft, insbesondere seit der schrittweisen Einstellung des Braunkohleabbaus. Schiemann betont, dass bisher erst etwa 1.200 neue Industriearbeitsplätze entstanden sind – weit entfernt von den 10.000, die bis 2026 benötigt werden.

Bundesweite Maßnahmen wie Subventionen für Batteriefabriken und die Stahlproduktion zeigten bisher nur begrenzte Wirkung. Ein geplantes Northvolt-Batteriewerk in Espenhain scheiterte, und die 1,5 Milliarden Euro Hilfen für die Stahlindustrie in Salzgitter brachten kaum lokale Beschäftigungseffekte. Nun treiben hohe strompreise energieintensive Unternehmen bis 2025 in die Schließung und gefährden den Strukturwandel der Region zusätzlich.

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Schiemann und andere lokale Vertreter fordern entschlossenere Schritte. Sie argumentieren, dass bessere Infrastruktur, eine stärkere Bildungsförderung, höhere Forschungsinvestitionen und eine attraktivere Lebensqualität unverzichtbar sind, um die Zukunftsfähigkeit der Oberlausitz zu sichern. Ohne diese Veränderungen droht die Region in wirtschaftliche Stagnation abzurutschen.

Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Oberlausitz Mühe hat, die wegfallenden Arbeitsplätze im Braunkohlebergbau zu ersetzen. Bleiben die strompreise hoch und entstehen keine neuen Industrien, könnten bis 2025 weitere Betriebe schließen. Lokale Politiker bestehen darauf, dass nur schnellere und wirksamere Politiken die Region stabilisieren können.

AKTUALISIERUNG

Fortschritt bei der Arbeitsplatzschaffung und Förderangeboten bietet Hoffnung für die Zukunft der Lausitz

Neue Daten zeigen messbaren Fortschritt bei der strukturellen Transformation der Lausitz. Bis Oktober 2025 wurden durch Programme zur Umstellung der Kohleregion 1.950 industrielle Arbeitsplätze geschaffen – gegenüber 1.200 im Februar 2026. Die Förderdynamik beschleunigte sich auch:

  • Bis Dezember 2025 wurden 375,1 Millionen Euro für Infrastrukturprojekte ausgezahlt
  • 18 abgeschlossene Projekte umfassen unter anderem Upgrades von Krankenhausrobotik und Erweiterungen der Kinderbetreuung
  • 2025 war ein Rekordjahr mit 850 Millionen Euro, die für 47 neue Initiativen bereitgestellt wurden