Ostdeutsche Landwirte protestieren gegen EU-Mercosur-Abkommen und fordern faire Regeln
Hagen SieringBauernproteste: Sachsens Landwirtschaftsminister kritisiert EU-Pläne - Ostdeutsche Landwirte protestieren gegen EU-Mercosur-Abkommen und fordern faire Regeln
Landwirte in Ostdeutschland bereiten sich heute auf Proteste gegen das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen vor. Sie fürchten, dass billigere Importe aus Südamerika zu unfairem Wettbewerb für heimische Erzeuger führen könnten. Nach Ansicht der Bauern entsprechen die Einfuhren aus Südamerika nicht den gleichen Standards wie inländische Produkte. Sie fordern gleiche Regeln, um ihre Existenzgrundlage zu schützen.
Die geplanten Kundgebungen finden entlang von Autobahnen in Ostdeutschland sowie vor der Dresdner Frauenkirche statt. Sachsens Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch unterstützt die Proteste. Er teilt die Sorge, dass das Abkommen lokale Landwirte durch eine Flut günstigerer Waren schädigen könnte. Die Unterzeichnung des Vertrags war im vergangenen Jahr verschoben worden, nachdem Frankreich und andere Kritiker Druck ausgeübt hatten. Im Juni 2023 gab es keine dokumentierten Proteste gegen das Handelsabkommen, und es wurde auch nicht über eine Beteiligung von Politikern an solchen Aktionen berichtet.
Gegner des Abkommens werfen vor, es begünstige südamerikanische Produzenten, die unter anderen Umwelt- und Arbeitsstandards wirtschaften. Die Landwirte betonen, es gehe bei ihren Protesten um Fairness und nicht um Protektionismus.
Die Demonstrationen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem die EU die Verhandlungen über das Handelsabkommen fortsetzt. Verzögerungen haben die Unterzeichnung bereits hinausgezögert, doch die Bauern bleiben entschlossen, das Abkommen zu blockieren. Mit den heutigen Protesten wollen sie den Druck auf die Entscheidungsträger aufrechterhalten, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.