30 December 2025, 00:52

Pistorius und Kretschmer streiten über Wehrpflicht – wer hat die bessere Lösung für die Bundeswehr?

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

Kretschmer kritisiert Lotteriesystem in Milizdienst-Debatte - Pistorius und Kretschmer streiten über Wehrpflicht – wer hat die bessere Lösung für die Bundeswehr?

Ein neues Wehrdienstgesetz hat unter deutschen Politikern eine erneute Debatte ausgelöst. Der Bundestag begann am Donnerstag mit Beratungen darüber, wie die Reihen der Bundeswehr zu füllen sind, falls die Zahl der Freiwilligen weiterhin niedrig bleibt. Schlüsselfiguren wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) gehen in der Frage des besten Vorgehens deutlich unterschiedliche Wege.

Das Gesetz, das bereits am 19. Dezember vom Bundesrat verabschiedet wurde, tritt am 1. Januar 2026 in Kraft. Es setzt zunächst auf freiwillige Meldungen von Männern, die 2008 oder später geboren wurden. Sollten sich zu wenige bereiterklären, könnte ein Losverfahren als Reserveinstrument greifen.

Streitpunkt ist der Umgang mit einem möglichen Mangel an Freiwilligen. Nach dem neuen Wehrdienstgesetz werden junge Männer zunächst per Fragebogen nach ihrem Interesse befragt. Erst wenn die Resonanz zu gering ausfällt, könnte der Bundestag weitere Schritte erwägen – etwa ein Losverfahren oder eine ausgeweitete Wehrpflicht.

Verteidigungsminister Pistorius hat deutlich gemacht, dass er notfalls alle jungen Männer zum Dienst einberufen würde. Im Rahmen der Debatte bezeichnete er ein Losverfahren als 'in Ordnung' und zeigte sich kompromissbereit. Seine Haltung steht im Kontrast zu Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, der das Losverfahren als 'unproduktiv' zurückwies.

Kretschmer kritisierte, die gesamte Diskussion sei von Anfang an 'falsch aufgesetzt' worden. Er warf Pistorius vor, die Öffentlichkeit nicht ausreichend einzubinden, und plädierte stattdessen für einen breiten gesellschaftlichen Konsens anstelle einer Entscheidung von oben. Statt auf Zwangsmaßnahmen zu setzen, forderte er mehr Anreize, um junge Menschen – Männer wie Frauen – zu einem freiwilligen Dienst zu motivieren.

Kein Politiker in der aktuellen Debatte hat bisher ein rein zufälliges Auswahlverfahren vorgeschlagen. Das Gesetz überlässt eine mögliche Entscheidung über ein Losverfahren dem Bundestag, und zwar nur als letztes Mittel, falls die freiwillige Rekrutierung scheitert.

Ab Anfang 2026 tritt das Gesetz in Kraft; dann werden zunächst Fragebogen an die betroffenen jungen Männer verschickt. Sollte die Zahl der Freiwilligen weiterhin zu gering bleiben, muss der Bundestag über das weitere Vorgehen entscheiden – etwa über ein Losverfahren oder eine ausgeweitete Wehrpflicht. Die Debatte offenbart tiefe Gräben darüber, wie die personelle Zukunft der Bundeswehr am besten gesichert werden kann.