PKV-Verband kritisiert geplante Apotheken-Reformen trotz Zustimmung zu Einzelmaßnahmen
Elfriede WielochPKV-Verband kritisiert geplante Apotheken-Reformen trotz Zustimmung zu Einzelmaßnahmen
Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat seine Position zum neuen Apotheken-Versorgungsweiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) dargelegt. Zwar begrüßt der Verband einige der geplanten Änderungen, äußert jedoch Bedenken, wie bestimmte Maßnahmen in der Praxis umgesetzt werden sollen. Das Gesetz zielt darauf ab, Apotheken eine größere Rolle im Gesundheitswesen einzuräumen – etwa in der Krankheitsvorsorge und Früherkennung.
Mit dem neuen Gesetz übernehmen Apotheken erweiterte Aufgaben, darunter die Beratung von Patienten zu verhaltensbedingten Risiken und präventiven Lebensstilmaßnahmen. Der PKV-Verband hinterfragt jedoch, ob solche Beratungsangebote tatsächlich einen Nutzen für die Patienten bringen. Zudem zweifelt er an, ob Apotheken Ernährungsberatungen neben ihren bisherigen Dienstleistungen effektiv leisten können.
Teile des Gesetzes stoßen beim Verband auf Zustimmung, etwa die klareren Preisregelungen für Rezepturarzneimittel. Hier fordert er, dass private Krankenversicherer in die Preisverhandlungen einbezogen werden, um ihren Versicherten entgegenzukommen. Positiv bewertet der Verband auch die geplante Möglichkeit, dass Apotheken in Notfällen langfristige Medikamente ohne Rezept als Notfallversorgung abgeben dürfen.
Gleichzeitig zeigt sich der PKV-Verband skeptisch gegenüber der Ausweitung pharmazeutischer Dienstleistungen (pDL). Diese sollten seiner Meinung nach zunächst auf ihren Nutzen überprüft werden. Der Verband plädiert zudem für ein neues Finanzierungsmodell, da das aktuelle System nicht funktioniere. Zudem fordert er rechtliche Anpassungen, damit privatversicherte Patienten individuell für Apothekenleistungen belastet werden können.
Bisher liegen keine Daten vor, wie sich die Nachfrage nach bestehenden Apothekenleistungen seit Inkrafttreten des Apothekenstärkungsgesetzes (ASG) im Jahr 2020 entwickelt hat.
Der PKV-Verband unterstützt zwar einzelne Aspekte des neuen Gesetzes, wie Impfinitiativen und transparentere Preise für Rezepturen. Doch besteht er auf weitere Prüfungen, bevor pharmazeutische Dienstleistungen ausgeweitet werden. Zudem drängt der Verband auf bessere Finanzierungsmodelle und rechtliche Änderungen, um die Abrechnung für Privatpatienten zu verbessern.






