Regierung plant Zuckersteuer und Sparpaket gegen anhaltendes Haushaltsdefizit
Elfriede WielochRegierung plant Zuckersteuer und Sparpaket gegen anhaltendes Haushaltsdefizit
Die deutsche Regierungskoalition treibt Pläne zur Erhöhung der Steuern und Kürzung der Staatsausgaben voran. Mit den Maßnahmen soll das hartnäckige Haushaltsdefizit verringert werden, das trotz Fortschritten im Jahr 2027 weiterhin besteht. Zu den Vorschlägen gehört eine neue Zuckerabgabe, die im kommenden Jahr als Teil einer umfassenden Sparinitiative eingeführt werden soll.
Obwohl die Regierung die Haushaltslücke für 2027 bereits geschlossen hat, bleibt für 2028 ein Fehlbetrag von unter 30 Milliarden Euro bestehen. Finanzminister Lars Klingbeil strebt nun Einsparungen in Höhe von 20 Milliarden Euro an – durch eine Mischung aus Steuererhöhungen und gekürzten staatlichen Fördermitteln. Neben der Zuckerabgabe sind höhere Steuern auf Tabak, Alkohol und Plastik sowie Kürzungen bei Subventionen geplant.
Die Zuckersteuer selbst ist eine von 66 Empfehlungen, die den Druck auf die Krankenkassen mindern sollen. Ein Ausschuss schlug ein gestaffeltes System vor, bei dem zuckerhaltige Getränke wie Cola und Limonaden unterschiedlich besteuert werden. Großbritannien führte eine ähnliche Abgabe 2018 ein, die im vergangenen Jahr 377 Millionen Euro einbrachte.
Allerdings stößt der Plan auf Widerstand. Die CDU lehnte eine Zuckersteuer zunächst auf ihrem Parteitag im Februar ab. Dennoch scheint die Koalition aus SPD und CDU nun entschlossen, die Maßnahme umzusetzen.
Falls genehmigt, tritt die Zuckerabgabe 2025 in Kraft – zusammen mit weiteren Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Die Regierung erhofft sich dadurch eine weitere Verringerung des Defizits sowie eine Entlastung der Gesundheitsfinanzierung. Die endgültigen Beschlüsse hängen von den Koalitionsverhandlungen in den kommenden Monaten ab.






