Regierung will 11.000 Wohnungen aus Büroleerstand schaffen – so funktioniert das Programm
Margot RudolphRegierung will 11.000 Wohnungen aus Büroleerstand schaffen – so funktioniert das Programm
Neues Regierungsprogramm soll Büroleerstand in Wohnraum verwandeln – bis zu 11.000 Wohnungen in sieben Großstädten
Ab Sommer 2026 wird ein neues staatliches Förderprogramm dabei helfen, leerstehende Bürogebäude in deutschen Metropolen zu Wohnungen umzubauen. Mit der Initiative könnten bis zu 11.000 neue Wohnungen in sieben Ballungsräumen entstehen. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch eine Entlastung des angespannten Wohnungsmarkts sowie eine sinnvolle Nachnutzung ungenutzter Gewerbeflächen.
Das Programm "Gewerbe zu Wohnen" konzentriert sich auf rund 1,8 Millionen Quadratmeter leerstehende Büroräume in Städten wie Berlin, Köln, München und Frankfurt. Theoretisch ließen sich daraus bis zu 60.000 Wohnungen schaffen – realistisch erscheinen jedoch zunächst etwa 11.000 neue Wohnungen, wie erste Schätzungen zeigen.
Entwickler und Investoren können Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit beantragen, wobei die maximale Förderung für ein einzelnes Unternehmen auf 300.000 Euro begrenzt ist. Die Mittel müssen nicht zurückgezahlt werden und sollen die hohen Umbaukosten von Büro- in Wohngebäude ausgleichen.
Strenge energetische Vorgaben sind ebenfalls Teil des Programms: Sanierungen müssen mindestens den Standard "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien" erfüllen, um klimafreundliche Modernisierungen sicherzustellen. Dennoch bleiben Herausforderungen, da viele Bürogebäude über keine ausreichende Infrastruktur für Wohnnutzung verfügen – etwa in Sachen Schulen, ÖPNV-Anbindung oder Grünflächen.
Neben der Reduzierung von Leerständen zielt die Initiative darauf ab, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und veraltete Gebäude zu modernisieren. Die hohen Kosten für strukturelle Änderungen – wie den Einbau von Küchen, Bädern und Lüftungssystemen – könnten jedoch manche Investoren abschrecken.
Der Startschuss für das Programm fällt Mitte 2026. Mit finanziellen Anreizen soll der Umbau ungenutzter Büros zu Wohnungen vorangetrieben werden. Ob das Potenzial für tausende neue Wohnungen ausgeschöpft wird, hängt davon ab, ob logistische und finanzielle Hürden überwunden werden. Mit seinem Fokus auf Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit könnte das Programm den städtischen Wohnungsmarkt in Deutschlands größten Städten nachhaltig verändern.






