Reiche fordert radikales "Fitnessprogramm" für Deutschlands schwächelnde Wirtschaft
Hagen SieringReiche fordert radikales "Fitnessprogramm" für Deutschlands schwächelnde Wirtschaft
Wirtschaftsministerin Katharina Reiche fordert "Fitnessprogramm" für Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit
Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat Deutschland aufgefordert, ein "Fitnessprogramm" zu starten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken. Nach einer enttäuschenden Frühjahresprognose warnte sie, Deutschland müsse seinen "Siegeswillen" zurückgewinnen. Ihr Aufruf umfasst weitreichende Reformen des Arbeitsrechts und der Energiepolitik – noch in diesem Sommer.
Reiche schlägt strukturelle Großreformen vor, um die deutsche Wirtschaft wiederzubeleben. Dazu gehören flexiblere Arbeitsgesetze und eine Ausweitung der Gesamtarbeitszeiten. Zudem drängt sie auf Maßnahmen zur Eindämmung der steigenden Energiekosten, die Unternehmen und Haushalte gleichermaßen belasten.
Die Ministerin betonte, die Reformen müssten über den aktuellen Koalitionsvertrag hinausgehen. Sowohl Bundeskanzler Olaf Scholz als auch Finanzminister Christian Lindner hatten bereits ähnliche Anpassungen am Arbeitsmarkt angeregt. Doch Reiches konkrete Pläne – etwa der Abbau des Kündigungsschutzes ab Dezember 2025 – stoßen auf scharfen Widerstand der Gewerkschaften, darunter dem dbb.
Trotz ihrer Dringlichkeit hat die Bundesregierung auf ihre Forderungen bisher nicht reagiert. Zwar gibt es übergreifende Initiativen wie die Sofortmaßnahmen der Chemieagenda bis 2027, diese stehen jedoch unabhängig von Reiches Vorschlägen. Bisher wurden keine konkreten Schritte zur Umsetzung ihrer Reformen eingeleitet.
Mit ihrem "Fitnessprogramm" will Reiche Deutschlands wirtschaftliche Position noch vor dem Sommer stärken. Ihre Pläne zielen auf mehr Arbeitsflexibilität, sinkende Energiekosten und langfristige Strukturreformen ab. Ohne Rückhalt aus der Regierung oder Unterstützung der Gewerkschaften bleibt ihr Erfolg jedoch ungewiss.






