21 December 2025, 21:23

Rüstungswiederaufbau: Die Kirche mobilisiert

Ein aufgeschlagenes Buch mit Schrift darauf.

Rüstungswiederaufbau: Die Kirche mobilisiert

Aufrüstung: Die Kirche macht mobil

Vorspann Die EKD beteiligt sich nun an der Zuspitzung der Vorkriegsstimmung. Auch sie fordert, die „nationale und Bündnisverteidigung deutlich auszubauen“. „Mit vertrauendem Herzen“, kommentiert Christof Meueler.

Artikeltext Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre langjährige pazifistische Haltung aufgegeben. Ein neu verabschiedetes „Friedenspositionspapier“ markiert eine grundlegende Wende in ihrer Haltung zu Konflikt und Verteidigung. Die Entscheidung fällt in eine Zeit steigender globaler Spannungen – die Kirche plädiert nun unter bestimmten Bedingungen für eine Stärkung militärischer Maßnahmen.

Der Kurswechsel der EKD folgt Beratungen ihrer „Friedensethischen Arbeitsgruppe“. Als zentrale Gründe für die Neuausrichtung werden Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie Bedrohungen wie hybride Kriegsführung, Cyberangriffe und Terrorismus genannt. Zwar hält die Kirche weiterhin am Ideal der Gewaltüberwindung fest, argumentiert aber, dass in manchen Situationen Gegengewalt notwendig sein könnte, um Aggressionen einzudämmen.

Das neue Dokument fordert Deutschland auf, die „eigenen Fähigkeiten zur nationalen und Bündnisverteidigung deutlich auszubauen“. Damit distanziert sich die EKD von ihrer bisherigen Ablehnung militärischer Aufrüstung. Dennoch bleibt ihr übergeordnetes Ziel: die Hoffnung auf den „Frieden Gottes, der allen menschlichen Vernunft übersteigt“. Öffentliche Unterlagen nennen keine konkrete Führungspersönlichkeit innerhalb der friedensethischen Arbeitsgruppe, die sich explizit für eine Militärisierung einsetzt. Historisch stand die Gruppe für eine Friedensethik, die militärische Eskalation ablehnt.

Die aktualisierte Position der EKD spiegelt wachsende Sorgen über moderne Sicherheitsbedrohungen wider. Sie unterstützt nun eine militärische Stärkung, ohne dabei den Fokus auf langfristigen Frieden aus den Augen zu verlieren. Der Schritt zeigt den Balanceakt zwischen Verteidigungsnotwendigkeiten und dem anhaltenden Bekenntnis der Kirche zur Gewaltfreiheit.