26 December 2025, 14:44

Sachsen drängt auf raschen Ausbau der Schienenverbindungen nach Tschechien und Polen

Zwei Züge auf dem Gleis mit einem Zaun im Vordergrund, Masten auf dem Land, einer mit einer Signallampe, ein Auto auf der Straße rechts, Gebäude im Hintergrund und der Himmel darüber.

Kraushaar: Osten Deutschlands braucht mehr Tempo im Schienenverkehr - Sachsen drängt auf raschen Ausbau der Schienenverbindungen nach Tschechien und Polen

Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar fordert einen beschleunigten Ausbau der Schienenverbindungen in Ostdeutschland. Den aktuellen Zustand der Anbindungen an Tschechien und Polen bezeichnete sie als inakzeptabel und mahnt dringende Verbesserungen an. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Region für den europäischen Verkehr immer wichtiger wird.

Kraushaar verwies auf gravierende Defizite im sächsischen Schienennetz, darunter fehlende Elektrifizierung und Engpässe auf grenzüberschreitenden Strecken. Allein die Strecke Dresden–Görlitz erfordert mindestens 750 Millionen Euro für die Elektrifizierung, während die Verbindung Cottbus–Görlitz ausgebaut werden muss, um Höchstgeschwindigkeiten von 160 km/h zu ermöglichen. Diese Maßnahmen würden die Reisezeiten zwischen Berlin und Görlitz deutlich verkürzen.

Die Ministerin betonte die strategische Bedeutung besserer Schienenverbindungen für Handel, Personenverkehr und militärische Logistik. Zudem sei eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Dresden und Prag dringend notwendig, um eine kritische Lücke im europäischen Nord-Süd-Korridor zu schließen. Sachsens Rolle als zentraler Knotenpunkt zwischen Ost-, Nord- und Westeuropa mache diese Investitionen besonders dringlich. Um den Fortschritt zu beschleunigen, setzt Kraushaar auf Unterstützung aus dem Sonderinfrastrukturfonds der Bundesregierung. Die Verbesserungen gelten auch als entscheidend für den zukünftigen Wiederaufbau der Ukraine, da Sachsen eine Schlüsselposition bei der Vernetzung der europäischen Verkehrswege einnimmt.

Die geplanten Modernisierungen zielen darauf ab, Zuggeschwindigkeiten zu erhöhen, Reisezeiten zu verkürzen und die wirtschaftlichen Verbindungen in Mittel- und Osteuropa zu stärken. Mit den in Aussicht gestellten Bundesmitteln könnte das sächsische Schienennetz bald eine längst überfällige Erneuerung erfahren. Die Maßnahmen würden zudem mit den übergeordneten europäischen Verkehrs- und Sicherheitszielen übereinstimmen.