Sachsen lockt Ryanair mit niedrigeren Flughafengebühren zurück – doch die Krise bleibt
Margot RudolphRyanairs Rückkehr? Sachsen setzt auf niedrigere Flughafengebühren - Sachsen lockt Ryanair mit niedrigeren Flughafengebühren zurück – doch die Krise bleibt
Ryanair-Kehrtwende? Sachsen drängt auf Senkung der Flughafengebühren
Sachsen drängt auf Senkung der Flughafengebühren – um Ryanair zurückzuholen
- Dezember 2025, 15:33 Uhr
Die sächsische Landesregierung setzt sich für eine Belebung des Luftverkehrs in der Region ein – durch deutliche Senkungen der Flughafenabgaben. Damit soll die Billigfluglinie Ryanair zurück an die Flughäfen Leipzig/Halle und Dynamo Dresden gelockt werden, nachdem der Konzern sich 2022 aus der Region zurückgezogen hatte. Gleichzeitig verschärft sich die finanzielle Krise beim Betreiber der Airports: Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen Rekordverluste.
Ryanair hatte in diesem Jahr die Strecken nach Dynamo Dresden und Leipzig eingestellt, nachdem der Konzern bereits 2022 Kürzungen seines Deutschland-Geschäfts angekündigt hatte. Um diese Entwicklung umzukehren, fordert Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) nun deutlich niedrigere Flughafengebühren. Die jüngsten Entlastungsmaßnahmen des Bundes reichen seiner Meinung nach nicht aus – im Vergleich zu Nachbarländern wie Tschechien sei Deutschland damit im Wettbewerbsnachteil.
Der Betreiber Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) wurde angewiesen, die Gespräche mit Ryanair wieder aufzunehmen. Doch das Unternehmen selbst steckt in schweren finanziellen Turbulenzen: 2024 verbuchte es einen Rekordverlust von 53,5 Millionen Euro bei sinkenden Umsätzen von 186,2 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag bei minus 39,3 Millionen Euro.
Vorstandschef Götz Ahmelmann bezeichnete die Verluste als Teil eines geplanten Umstrukturierungsprozesses, zu dem auch Prüfungs-, Beratungs- und Vorlaufkosten gehörten. 2022 hatte die MFAG nur knapp eine Liquiditätskrise abwenden können – dank zusätzlicher Bankkredite und Notfallhilfen der Gesellschafter, der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt. Damit wurde zwar eine Finanzierungslücke von 145 Millionen Euro geschlossen, allerdings nur bis Ende 2026.
Ab 2027 droht die Situation weiter eskalieren: Sachsen-Anhalt hat bereits angekündigt, die Verluste des Flughafens Dynamo Dresden nach 2026 nicht mehr auszugleichen. Bisher gibt es keine neuen Subventionszusagen oder Finanzierungskonzepte – die Zukunft des Standorts ist damit ungewiss.
Der Vorstoß zur Senkung der Flughafengebühren kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die MFAG unter massivem finanziellen Druck steht. Ohne eine Rückkehr von Ryanair könnten die Flughäfen Leipzig/Halle und Dynamo Dresden weiter an Bedeutung verlieren. Ab 2027 entfällt zudem die Landesförderung für Dynamo Dresden – eine zusätzliche Belastung für die ohnehin angespannte Situation.