Sachsen nimmt 2024 deutlich mehr Kinder in Obhut – Jugendliche besonders betroffen
Hagen SieringSachsen nimmt 2024 deutlich mehr Kinder in Obhut – Jugendliche besonders betroffen
Im Jahr 2024 stieg die Zahl der Kinder, die in Sachsen in Obhut genommen wurden. Insgesamt wurden 3.281 Minderjährige vorübergehend unter Schutz gestellt – ein Anstieg gegenüber den Vorjahren. Betroffen waren vor allem Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren, die 34 Prozent aller Fälle ausmachten. Die Behörden griffen ein, sobald eine akute Gefährdung vorlag. Jugendämter, Polizei und Ordnungsbehörden leiteten dabei mehr als die Hälfte der Schutzmaßnahmen ein. Auch bei unbegleiteten ausländischen Minderjährigen gab es Veränderungen. 2024 wurden 458 dieser Kinder in Obhut genommen – im Vergleich zu 2.008 im Vorjahr. Dennoch bedeutet dies einen Anstieg um 250 Fälle gegenüber dem vorherigen Berichtszeitraum. Die Maßnahmen basierten auf Paragraf 42a des Sozialgesetzbuchs (SGB VIII) und dienten der vorübergehenden Sicherheit gefährdeter junger Menschen. Zwar existieren bundesweite Statistiken zur Inobhutnahme, doch können die genauen Zahlen der 3.281 sächsischen Fälle leicht von den übergeordneten Erhebungen abweichen. Der Anstieg verdeutlicht die anhaltenden Herausforderungen im Kinderschutz in der Region. Jugendhilfe und Strafverfolgungsbehörden spielen weiterhin eine zentrale Rolle bei der Abwehr dringender Gefahren. Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig nachhaltige Unterstützungssysteme für Familien und unbegleitete Minderjährige sind.