Sachsen und jüdische Gemeinden stärken gemeinsam den Kampf gegen Antisemitismus
Hans D. FinkeSachsen schult Polizei im Kampf gegen Antisemitismus - Sachsen und jüdische Gemeinden stärken gemeinsam den Kampf gegen Antisemitismus
Sachsen geht neue Wege im Kampf gegen Antisemitismus und zur Unterstützung jüdischer Gemeinden
Das sächsische Innenministerium und der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Sachsen haben in dieser Woche eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Ziel der Initiative ist es, die Polizeiausbildung zu verbessern und das Vertrauen zwischen jüdischen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Sicherheitsbehörden zu stärken.
Die Vereinbarung baut auf dem Projekt "Klug gegen Antisemitismus" auf, das von 2022 bis 2024 lief. Im Rahmen des neuen Plans erhalten sächsische Polizistinnen und Polizisten spezielle Schulungen, um verschiedene Formen von Antisemitismus besser zu erkennen und Vorfälle effektiver zu bearbeiten. Geplant sind zehn ganztägige Workshops für angehende Kommissarinnen und Kommissare sowie Feldwebelanwärterinnen und -anwärter. Themenschwerpunkte sind Ideologiekritik, Opferbetreuung und sensibler Umgang in der Kommunikation.
Polizeipräsident Jörg Kubiessa betonte, der Schutz jüdischen Lebens sei eine zentrale polizeiliche Aufgabe. Die Partnerschaft schaffe bessere Ausbildungsmöglichkeiten und vertiefe das gegenseitige Vertrauen zwischen Beamtinnen und Beamten sowie der Gemeinschaft. Ekaterina Kulakova, Vorsitzende des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden, verwies auf die wachsenden Sicherheitsrisiken für jüdische Einrichtungen. Gerade in der aktuellen Lage sei eine gezielte Aufklärung der Polizei unverzichtbar, so Kulakova.
Innenminister Roland Wöller (CDU) und Staatssekretär Günther Schneider unterstützten die Maßnahme. Das Programm soll jüdischen Bürgerinnen und Bürgern zudem signalisieren, dass staatliche Institutionen – insbesondere die Polizei – sich ihrem Schutz verpflichtet fühlen.
Die Workshops starten in Kürze, die ersten Einheiten sind für Polizeianwärterinnen und -anwärter vorgesehen. Die Vereinbarung stellt einen direkten Ansatz dar, Antisemitismus durch Bildung und institutionelle Zusammenarbeit zu bekämpfen. Die sächsische Polizei verfügt damit künftig über bessere Instrumente, um Hasskriminalität zu identifizieren und betroffene Gemeinschaften zu unterstützen.