Sachsen verzeichnet traurigen Rekord: Immer mehr Schüler ohne Abschluss
Elfriede WielochÜber 3.200 Jugendliche in Sachsen verlassen die Schule ohne Abschluss - Sachsen verzeichnet traurigen Rekord: Immer mehr Schüler ohne Abschluss
Rekordzahl an Schülern in Sachsen verlässt Schule ohne Abschluss
Im vergangenen Jahr haben in Sachsen so viele Schüler wie nie zuvor die Schule ohne Abschluss verlassen. Im Schuljahr 2023/2024 brachen 3.210 Jugendliche die Schule ab – die höchste Zahl, die jemals in der Region verzeichnet wurde. Dieser starke Anstieg sorgt bei Bildungsfachleuten und Wirtschaftsvertretern gleichermaßen für Besorgnis.
Die aktuellen Daten zeigen einen besorgniserregenden Trend in Sachsen: Der Anteil der Schüler ohne Abschluss stieg innerhalb nur eines Schuljahres um etwa fünf Prozentpunkte. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl um mehr als ein Viertel erhöht – ein anhaltendes und sich verschärfendes Problem.
Deutschlandweit fast 62.000 Schüler ohne Abschluss Bundesweit beendeten im vergangenen Jahr knapp 62.000 Jugendliche – fast acht Prozent aller Schulabgänger – ihre Schullaufbahn ohne Abschluss. Zwar hat sich die Quote leicht verbessert (von 7,5 Prozent im Jahr 2014 auf 5,8 Prozent 2023), doch bleiben die regionalen Unterschiede eklatant: Bayern verzeichnete mit rund drei Prozent die niedrigste Quote, Bremen mit fast neun Prozent die höchste.
Besonders betroffen sind Schüler mit Migrationshintergrund. Bundesweit verließ jeder vierte von ihnen die Schule ohne Abschluss. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht von einer "Tragödie" und warnt, dass die Abbrecherquote ohne dringende Gegenmaßnahmen auf zehn Prozent steigen könnte.
Forderungen nach mehr Sprachförderung und individueller Betreuung GEW-Stellvertreterin Claudia Maaß fordert einen Ausbau des Unterrichts in Deutsch als Zweitsprache sowie mehr Zeit für Lehrer, um Schüler individuell zu fördern. Uwe Nostitz, Präsident der Sächsischen Handwerkskammer, plädiert hingegen für eine Stärkung der schulischen Ressourcen statt einer bloßen Ausweitung von Übergangsprogrammen. Seine Organisation pocht auf gezielte Unterstützung, um die Abbrecherzahlen zu senken und Jugendliche besser auf die Berufsausbildung vorzubereiten.
Der Anstieg der Schulabgänger ohne Abschluss in Sachsen setzt Politiker und Bildungsexperten unter Handlungsdruck. Die Rufe nach besserer Sprachförderung, kleineren Klassen und stärkeren berufsvorbereitenden Angeboten werden lauter. Ohne Gegensteuerung könnte sich der Trend weiter verschärfen – mit Folgen für die Betroffenen und den gesamten Arbeitsmarkt.






