06 January 2026, 00:49

Sachsens Apothekensterben: Warum immer mehr Menschen ohne Versorgung dastehen

Eine Apotheke mit einem vor ihr geparkten Fahrzeug und einem Gebäude links daneben.

Sachsens Apothekensterben: Warum immer mehr Menschen ohne Versorgung dastehen

Apotheken in Sachsen verschwinden in alarmierendem Tempo

Seit 1997 geht die Zahl der Apotheken in Sachsen kontinuierlich zurück. Heute gibt es nur noch 876 – viele Bewohner haben dadurch immer weniger Möglichkeiten, vor Ort essentielle Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Die Linke in Sachsen fordert nun dringende Maßnahmen, um diesen Trend umzukehren und die kämpfenden Apotheken im Land zu unterstützen.

Der Rückgang zwingt Patienten, für die Grundversorgung immer weitere Wege auf sich zu nehmen. Kleine, unabhängige Apotheken stehen unter wachsendem Druck durch steigende Kosten, bürokratische Hürden und anhaltende Lieferengpässe. Diese Herausforderungen gefährden ihre Existenz – obwohl sie unverzichtbare Leistungen wie individuelle Beratung, Alternativlösungen bei Medikamentenknappheit und maßgeschneiderte Rezepturen anbieten.

Als Lösung schlägt die Linke ein Fördermodell nach dem Vorbild des "Landarztbonus" vor. Damit könnte ein Teil der Kaufkosten für Apotheken in unterversorgten Regionen übernommen werden. Zusätzliche Zuschüsse sollen neuen Apotheken den Einstieg in digitale Technologien erleichtern und die Übernahme oder Neueröffnung von Standorten vereinfachen. Die Partei fordert zudem regelmäßige Anpassungen der Vergütungssätze und eine fairere Bezahlung für Beratungsleistungen. Doch ihr offizieller Antrag mit diesen Forderungen steckt seit über sechs Monaten in der Beratung fest. Trotz der Dringlichkeit gibt es bisher keine konkreten Pläne zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen oder zur Förderung neuer Apotheken.

Die Linke besteht darauf, dass die Landesregierung mit Branchenvertretern zusammenarbeiten muss, um ein umfassendes Maßnahmenpaket zu schnüren. Ziel ist es, den Sektor zu stabilisieren und sicherzustellen, dass Apotheken ihre Versorgungsaufgabe weiterhin erfüllen können.

Ohne Gegensteuer wird die Zahl der Apotheken in Sachsen voraussichtlich weiter sinken. Die vorgeschlagenen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen könnten neuen Apotheken den Marktzugang ebnen und bestehende retten. Doch sowohl Patienten als auch Apothekeninhaber warten noch auf klare Signale aus der Politik.