18 March 2026, 00:50

Sidekick Leipzig: Feministischer Muay-Thai-Verein erhält Gleichstellungspreis

Ein aufgeschlagenes Buch mit chinesischer Schrift und Illustrationen von Menschen in Kampfsportposen.

Sidekick Leipzig: Feministischer Muay-Thai-Verein erhält Gleichstellungspreis

Sidekick Leipzig: Feministischer Muay-Thai-Verein für Gleichberechtigung ausgezeichnet

Der feministische Muay-Thai-Verein Sidekick Leipzig wurde für sein Engagement zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit mit dem Luise-Otto-Peters-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet – die Ehrung erfolgte im Oktober 2025. Besonders hervorgehoben wird die Schaffung eines sicheren Raums für marginalisierte Gruppen, die den Verein zu einer festen Größe in der lokalen Community gemacht hat.

Fritte Zeuner, Mitarbeiter:in des Vereins, leitet dort Selbstbehauptungskurse, die Teilnehmenden helfen, persönliche Grenzen zu setzen und zu verteidigen. Mit diesem Ansatz stellt Sidekick Leipzig traditionelle Machtverhältnisse im Sport infrage und bietet Trainings an, die speziell auf die Bedürfnisse von Frauen, Lesben, inter, nicht-binären, trans und agender Menschen (FLINTA*) zugeschnitten sind.

Der Verein fungiert als Schutzraum, in dem FLINTA*-Personen ohne Angst vor Diskriminierung trainieren können. Die Kurse vermitteln, dass ein "Nein" viele Formen annehmen kann – und dass die Verantwortung für Gewalt immer bei den Täter:innen liegt.

Um das Training noch inklusiver zu gestalten, setzt Sidekick Leipzig ein Prioritätssystem für trans Teilnehmende ein. Zudem gibt es Kurse ausschließlich für BIPoC (Black, Indigenous and People of Color), um Menschen mit Rassismuserfahrungen einen Raum zu bieten, in dem sie sich willkommen fühlen – in einer Umgebung, die oft alles andere als das ist.

Fritte Zeuners Weg zum Verein begann nach Jahren im Leistungssport als Schwimmer:in, den sie wegen des immensen Drucks verließ. Nach der Arbeit mit Jugendlichen schloss sich Zeuner einer selbstorganisierten Kickboxing-Gruppe an, bevor sie 2022 festes Teammitglied bei Sidekick Leipzig wurde. Heute leitet Zeuner dort Rückenstärkungs-Workshops und Selbstbehauptungstrainings.

Finanziert wird der Verein vor allem durch Mitgliedsbeiträge, doch auch Fördergelder spielen eine entscheidende Rolle – auch wenn politische Veränderungen die Beschaffung dieser Mittel in den letzten Jahren erschwert haben.

Die Auszeichnung mit dem Luise-Otto-Peters-Preis unterstreicht das Engagement des Vereins für Barrierefreiheit und Selbstermächtigung sowie seinen Einfluss auf die Gleichberechtigung in Leipzig.

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Sidekick Leipzig bleibt mit seinen spezialisierten Trainingsprogrammen ein unterstützender Ort für FLINTA*-Personen. Die Auszeichnung würdigt die Bedeutung des Vereins für die Förderung von Gleichstellung – trotz finanzieller Herausforderungen.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht weiterhin die Inklusion und die Stärkung persönlicher Grenzen. Durch das Engagement von Mitarbeiter:innen wie Fritte Zeuner gewinnen Teilnehmende nicht nur körperliche, sondern auch emotionale Kraft in einem Raum, der extra für sie geschaffen wurde.

AKTUALISIERUNG

Roots in 2016: Wie Sidekick Leipzig als feministisches Fitnessstudio begann

Sidekick Leipzig hat seine Wurzeln im Jahr 2016, als die Gründerinnen Imke und Ro nach der Entdeckung, dass es in der Stadt keine bestehenden FLINTA*-orientierten Programme gab, kostenlose Probetrainings anboten. Die ersten Sitzungen überwältigten schnell die Nachfrage und wuchsen von fünf wöchentlichen Trainings zu einem vollständigen Fitnessstudio mit 350 Mitgliedern, darunter 70 Minderjährige. Ihr 2016 eingereichter Förderantrag skizzierte eine Vision für einen cis-männchenfreien Raum, um männlich dominierten Kampfsportarten entgegenzuwirken, und setzte dabei auf Selbstverteidigung, Gemeinschaftsbildung und Antidiskriminierungsarbeit – Prinzipien, die bis heute im Vereinszweck des Vereins zentral sind.