Siemens plant radikale Umstrukturierung: Sparten könnten verschwinden
Elfriede WielochSiemens plant radikale Umstrukturierung: Sparten könnten verschwinden
Siemens erwägt eine umfassende interne Umstrukturierung, bei der die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure möglicherweise aufgelöst werden könnten. Der Schritt folgt auf die frühere Ankündigung von Vorstandschef Roland Busch, den Konzern zu einer stärker integrierten Technologiegruppe umzubauen. Eine endgültige Entscheidung steht zwar noch aus, doch Veränderungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung gelten als wahrscheinlich.
Die geplante Neuordnung entspricht der "One Tech Company"-Strategie von Siemens, die darauf abzielt, interne Abgrenzungen abzubauen und Fachwissen zentral zu bündeln. Sollte der Plan genehmigt werden, würden die betroffenen Geschäftsbereiche direkt der Konzernführung unterstellt. Dadurch ließen sich doppelte Strukturen abbauen und parallele Entwicklungsarbeiten effizienter gestalten.
Vor eineinhalb Jahren hatte Busch erstmals diese Richtung angedeutet. Die nun diskutierten Änderungen knüpfen an frühere Maßnahmen an, etwa die Ausgliederung von Siemens Healthineers, die als Präzedenzfall für Umstrukturierungen gilt. Aktuell leiten Matthias Rebellius und Cedrik Neike die Sparten Smart Infrastructure bzw. Digital Industries.
Siemens bestätigte keine Details und lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht der Handelsblatt ab. Das Unternehmen betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei. Zwar seien derzeit keine Stellenstreichungen geplant, doch mit Anpassungen in den Abläufen sei konzernweit zu rechnen.
Stand 30. September 2025 beschäftigte Siemens weltweit rund 318.000 Mitarbeiter. Wie viele davon auf die beiden Sparten entfallen, ist unklar – allein am Standort Amberg arbeiten jedoch 2.400 Beschäftigte im Bereich Smart Infrastructure.
Ziel der Umstrukturierung ist eine bessere Zusammenarbeit zwischen den verbleibenden Siemens-Einheiten. Sollte sie umgesetzt werden, würde dies einen deutlichen Wandel in der Organisation des Konzerns bedeuten. Über die endgültige Ausgestaltung der Pläne wird noch entschieden.






