Skandal bei Siemens Energy: Betriebsrätin fristlos entlassen – war es ein Angriff auf die Mitbestimmung?
Margot RudolphSkandal bei Siemens Energy: Betriebsrätin fristlos entlassen – war es ein Angriff auf die Mitbestimmung?
Isabella Paape, Mitglied des Betriebsrats bei Siemens Energy in Erlangen, wurde ohne Angabe von Gründen fristlos entlassen. Der Schritt hat für Aufsehen gesorgt – Gewerkschaften und Arbeitsrechtsexperten stellen die Rechtmäßigkeit der Entscheidung infrage. Paape, Spitzenkandidatin der Liste 'Gemeinsam aktiv', wurde nicht nur gekündigt, sondern auch umgehend mit einem Hausverbot belegt. Berichten zufolge unterstützten Teile des Betriebsrats ihre Entlassung, ohne ihr die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Kritiker vermuten, dass es darum ging, sie zum Schweigen zu bringen und den Wahlkampf zu stören. Ein Gericht entschied später teilweise zu ihren Gunsten und gestattete ihr den Zutritt zu bestimmten Werksgeländen, nicht jedoch die Nutzung digitaler Kommunikationsmittel. Arbeitsrechtler bewerten die Kündigung inzwischen als rechtlich unwirksam; eine endgültige Entscheidung wird in den kommenden Wochen erwartet. Der Fall hat scharfe Kritik der IG Metall ausgelöst, die das Vorgehen von Siemens Energy als skandalös verurteilte. Das Geschehen gilt mittlerweile als Präzedenzfall für die Mitbestimmung der Arbeitnehmer und den Umgang von Unternehmen mit innerbetrieblicher Opposition. Die Entlassung wirft grundsätzliche Fragen zur Jobsecurity von Betriebsratsmitgliedern in ganz Deutschland auf. Die anstehenden Gerichtsverfahren werden zeigen, ob Paapes Absetzung gerechtfertigt war – oder ob hier ein gefährlicher Präzedenzfall für die betriebliche Demokratie geschaffen wurde.