Söder attackiert "schmutzigen Wahlkampf" nach CDU-Niederlage gegen Özdemir
Margot RudolphSöder: Schmutzkampagne verantwortlich für Hagels Niederlage - Söder attackiert "schmutzigen Wahlkampf" nach CDU-Niederlage gegen Özdemir
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg verfehlte die CDU knapp den Status der stärksten Kraft. Markus Söder, Vorsitzender der CSU, kritisierte den Wahlkampf als "schmutzig" und machte umstrittene Videos für die Niederlage der CDU verantwortlich. Gleichzeitig gratulierte er Cem Özdemir von den Grünen zu dessen Sieg, relativierte diesen jedoch als breiten Erfolg der Partei.
Söder äußerte sich frustriert über die Wahlkampftaktiken und bezeichnete sie als inakzeptabel. Ohne bestimmte umstrittene Videos, so seine Argumentation, hätte der CDU-Kandidat Manuel Hagel Özdemir überholt. Trotz der Niederlage bestritt er, dass das Ergebnis eine Schlappe für die Union insgesamt darstelle.
Die Wahlbeteiligung lag bei 63,8 Prozent – niedriger als 2016 (70,4 %), aber höher als 2011 (46,3 %). Söder wies die Idee einer "grünen Renaissance" zurück und betonte, Özdemirs Sieg stehe nicht für einen grundlegenden Wandel. Stattdessen forderte er die CDU auf, sich auf Wirtschaftspolitik zu konzentrieren, und erklärte, Migration sei kein zentrales Thema mehr.
Zwar anerkannte Söder Özdemirs Erfolg, machte aber deutlich, dass er künftig eine konstruktive Zusammenarbeit erwarte. Seine Äußerungen spiegelten sowohl Enttäuschung als auch den Appell wider, die inhaltlichen Prioritäten der Partei neu auszurichten.
Die Wahl hinterlässt die CDU in Baden-Württemberg in einer starken, aber nicht führenden Position. Söders Aussagen unterstreichen die Spannungen um die Wahlkampfführung, während er gleichzeitig eine sachpolitisch geprägte Ausrichtung einfordert. Die nächsten Schritte hängen davon ab, wie beide Parteien die neue politische Landschaft gestalten.






