07 March 2026, 02:17

Streit um Apothekenreform: Wer zahlt die Zeche für höhere Standards?

Ein Plakat mit Text über Arzneimittelpreisunterschiede im Jahr 2022, mit ein paar Flaschen und einer Spritze unten.

Streit um Apothekenreform: Wer zahlt die Zeche für höhere Standards?

Im Bundestag wird derzeit im Gesundheitsausschuss über das Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) debattiert. Der Gesetzentwurf hat in der Branche heftige Reaktionen ausgelöst – vor allem zu Kosten, Berufsstandards und den Regeln für die Arzneimittelverteilung.

Thomas Preis, Präsident der Bundesapothekerkammer (ABDA), begrüßte Pläne, die feste Apothekengebühr über eine begleitende Verordnung anzuheben. Markus Grunenberg vom GKV-Spitzenverband warnte jedoch, dass eine solche Erhöhung das Gesundheitssystem mit zusätzlichen Kosten von einer Milliarde Euro belasten würde.

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Auch die Lager- und Transportbedingungen für Medikamente standen im Fokus. Thomas Porstner, Vertreter des Phagro-Großhandelsverbands, forderte schärfere Kontrollen bei Logistikdienstleistern, um die Einhaltung der Vorschriften zu gewährleisten. Ulrich Langenberg von der Bundesärztekammer (BÄK) lehnte hingegen die Freigabe rezeptpflichtiger Medikamente für den rezeptfreien Verkauf entschieden ab.

Bork Bretthauer von Pro Generika betonte zwar die stabile Versorgung mit Biosimilars, sprach sich aber für ein Verbot von Exklusivverträgen aus, die den Wettbewerb einschränken könnten. Anja Zierath vom Bundesverband der Pharmazeutisch-technischen Assistenten (BVpta) lehnte Vorschläge für eine Apothekenvertretung ohne zusätzliche Qualifikation ab – dies untergrabe berufliche Standards. Preis unterstützte diese Haltung und warnte vor einer "Entprofessionalisierung" der Apotheken, etwa durch Betriebe ohne approbierte Apotheker oder vor-Ort-Labore.

Dr. Stefan Hartmann vom Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) schlug ein separates Regulierungsmodell für die Erstattung von Rezepturarzneimitteln vor, um Lücken im aktuellen System zu schließen.

Die Debatte zeigt tiefe Gräben bei Kosten, Regulierung und Berufsstandards in der Apothekenbranche. Sollte das ApoVWG verabschiedet werden, könnte es die Arbeitsweise von Apotheken grundlegend verändern – von Gebührenstrukturen über den Umgang mit Medikamenten bis hin zu Personalvorgaben.

Quelle