Streit um Lithium-Abbau in Sachsen: Grüne fordern strengere Auflagen für Zinnwald-Projekt
Margot RudolphGrüne fordern strenge Regeln für die Rohstoffgewinnung - Streit um Lithium-Abbau in Sachsen: Grüne fordern strengere Auflagen für Zinnwald-Projekt
Pläne für ein neues Lithium-Bergwerk in der Nähe von Altenberg in Sachsen haben Forderungen nach strengeren Umweltschutzauflagen ausgelöst. Das von der Zinnwald Lithium GmbH geleitete Vorhaben zielt darauf ab, Lithium aus der Zinnwald-Lagerstätte an der deutsch-tschechischen Grenze zu fördern. Der Abbau soll 2028 beginnen, wobei in den nächsten 70 Jahren jährlich 1,5 Millionen Tonnen Erz gewonnen werden sollen.
Die Grünen reagierten mit der Forderung nach schärferen Vorschriften, um das natürliche und kulturelle Erbe der Region zu schützen.
Die geplante Mine liegt in der Nähe von Altenberg, unweit des zum UNESCO-Welterbe gehörenden Erzgebirges/Krušné hory. Die Zinnwald Lithium GmbH bezeichnet das Förderverfahren als "nachhaltig, umweltschonend und risikoarm" – die Erzaufbereitung soll neun Kilometer entfernt in Liebenau erfolgen. Geschäftsführer Marko Uhlig betont den minimalen ökologischen Fußabdruck des Projekts.
Die Grünen drängen jedoch auf umfassende Schutzmaßnahmen. Sie fordern detaillierte Berichte zu den Abbaumethoden, eine engere Zusammenarbeit mit tschechischen Behörden sowie strengeren Schutz für das UNESCO-Gebiet. Zu ihren Kernanliegen zählen zudem transparente Bürgerbeteiligung, zugängliche Überwachungsmechanismen und klare europäische Standards für die nachhaltige Rohstoffgewinnung.
Über die lokalen Bedenken hinaus fordert die Partei weitergehende Reformen: Sie setzt sich für aktualisierte Bergbauregeln auf Bundes- und EU-Ebene ein, die sicherstellen sollen, dass die Lithiumförderung hohe ökologische, wasserwirtschaftliche und soziale Kriterien erfüllt. Ziel ist es, industrielle Bedürfnisse mit dem Erhalt der einzigartigen Landschaft und kulturellen Identität der Region in Einklang zu bringen.
Bei einer Genehmigung würde die Mine jahrzehntelang betrieben und jährlich 1,5 Millionen Tonnen Lithiumerz fördern. Die Grünen bestehen auf verbindliche Regeln vor Baubeginn, darunter eine vollständige öffentliche Kontrolle und grenzüberschreitende Abstimmung. Die Entscheidung wird zeigen, wie Deutschland seinen wachsenden Lithiumbedarf mit dem Schutz empfindlicher Ökosysteme vereint.