19 April 2026, 14:23

Streit um Windräder in windschwachen Regionen: Teure Ökostrom-Pläne der Bundesregierung

Liniendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um Windräder in windschwachen Regionen: Teure Ökostrom-Pläne der Bundesregierung

Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, die Windenergie auch in die windschwächsten Regionen Deutschlands auszuweiten. Damit soll die Abhängigkeit vom Stromtransport über weite Strecken verringert werden – doch die Pläne stoßen auf Kritik wegen steigender Kosten. Gegner argumentieren, dass die aktuellen Förderregeln bereits ineffiziente Windräder in windarmen Gebieten wie Bayern begünstigen.

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Laut dem Vorhaben sollen bis 2030 rund 2.000 neue Windkraftanlagen entstehen, viele davon in Regionen mit schlechten Windverhältnissen. Bayern etwa weist einen durchschnittlichen "Gütefaktor" von nur 55 Prozent auf – dennoch sind dort 76 Prozent der Anlagen in Betrieb, gestützt durch hohe Subventionen. Diese werden durch das "Referenzertragsmodell" und einen "Korrekturfaktor" im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aufgestockt, die Schneider trotz Reformforderungen beibehalten will.

Zusätzlich wird die Bundesregierung Ausschreibungen für weitere 12 Gigawatt Windkapazität veranstalten. Schneider betont, dass die dezentrale Stromerzeugung das Netz entlaste und Übertragungsverluste verringere. Doch der Ansatz steht in der Kritik, da Strom aus den windschwachen Anlagen Süddeutschlands teuer bleibt. Angesichts der ohnehin höchsten Energiepreise Europas – 10,5 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2024 – warnen Unternehmen vor weiteren Belastungen, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährden könnten.

Befürworter des Plans verweisen auf die ökologischen Vorteile einer dezentralen Energieversorgung. Gegner hingegen sehen eine unnötige finanzielle Belastung für Verbraucher und Industrie, insbesondere wenn Subventionen Windräder in Gebieten mit unzureichenden Windverhältnissen künstlich am Leben halten.

Die Ausweitung der Windkraft in windschwache Regionen erfolgt somit unter den bestehenden Förderbedingungen. Gelingt das Vorhaben, könnte der Bedarf an Stromtransport über große Entfernungen sinken. Doch die Politik birgt das Risiko, die ohnehin schon rekordhohen Energiepreise für Haushalte und Unternehmen in Deutschland weiter in die Höhe zu treiben.

Quelle