Umstrittener Rechtsprofessor Drygala: So reagierte seine Universität
Hans D. FinkeUmstrittener Rechtsprofessor Drygala: So reagierte seine Universität - Umstrittener Rechtsprofessor Drygala: So reagierte seine Universität
Umstrittener Jura-Professor Drygala: Wie seine Universität reagiert
Umstrittener Jura-Professor Drygala: Wie seine Universität reagiert
Umstrittener Jura-Professor Drygala: Wie seine Universität reagiert
- November 2025, 17:19 Uhr
Die Universität Leipzig hat sich zu einem umstrittenen Social-Media-Beitrag des Juraprofessors Tim Drygala geäußert, in dem er Heidi Reichinnek anging – ein Fall, der inzwischen als „Kühlschrank-Affäre“ bekannt geworden ist. Die Stellungnahme der Hochschule erfolgt, während die Rektorin die disziplinarischen Maßnahmen gegen Drygala als überzogen kritisiert und eine faire Prüfung der Vorfälle fordert.
Auslöser der Kontroverse war ein abwertender Online-Kommentar Drygalas, auf den die Universität mit einer offiziellen Reaktion respondierte. Zwar betonte die Institution ihre Verpflichtung zu offener Debatte und Meinungsvielfalt, verurteilte jedoch gleichzeitig Diskriminierung und Hetze. Zwar lägen private Social-Media-Äußerungen außerhalb des direkten Einflussbereichs der Hochschule, doch werde von allen Angehörigen der Universität professionelles Verhalten erwartet, hieß es.
Die Rektorin der Universität Leipzig argumentierte, die gegen Drygala ergriffenen Disziplinarmaßnahmen seien unverhältnismäßig. Stattdessen plädierte sie für eine ausgewogene, transparente Aufarbeitung der Sachlage und ein faires Verfahren. Drygala selbst reagierte auf die Stellungnahme der Universität mit Sarkasmus und zeigte keine Bereitschaft, die Spannungen zu entschärfen. Für nächste Woche ist ein Gespräch zwischen dem Professor und der Rektorin angesetzt – beschrieben als diplomatische „Einladung“. Gleichzeitig laufen interne Diskussionen, um das Bewusstsein für Moderation, berufliche Umgangsformen und Diskriminierungsfreiheit unter den Mitarbeitenden zu stärken.
Es ist nicht das erste Mal, dass Drygala in einen solchen Fall verwickelt ist. 2017 leitete er selbst ein Disziplinarverfahren gegen eine Kollegin ein, die sich ähnlich verhalten hatte, und wies damals den Einwand zurück, private Äußerungen rechtfertigten Milde. Sollte er sein aktuelles Verhalten fortsetzen, drohen ihm formelle Disziplinarverfahren oder sogar die Entlassung aus dem Amt.
Die Universität hat zwar klar Position gegen Diskriminierung bezogen, räumt aber ein, dass private Meinungsäußerungen nur begrenzt regulierbar sind. Das anstehende Gespräch zwischen Drygala und der Rektorin wird voraussichtlich über das weitere Vorgehen in dem Streit entscheiden. Das Ergebnis könnte präzendieren, wie die Hochschule künftig mit ähnlichen Fällen umgeht.