Unsichtbare Heldinnen: Wie diese Frauen die Geschichte prägten – und warum wir sie endlich sehen sollten
Hans D. FinkeUnsichtbare Heldinnen: Wie diese Frauen die Geschichte prägten – und warum wir sie endlich sehen sollten
Ein kürzlich stattgefundenes Event in Büsum würdigte die oft übersehenen Leistungen von Frauen, die hinter einigen der einflussreichsten Männer der Geschichte standen. Veranstaltet vom Büsumer Landfrauenverein, rückte der Abend ihre Erfolge durch Lesungen, Musik und Fotografie in den Mittelpunkt. Die Besucher:innen verließen die Veranstaltung inspiriert von Geschichten voller Widerstandskraft und stiller Entschlossenheit.
Der unter dem Titel „Die Frauen hinter den Männern: Ihre Leistungen und wie sie uns heute inspirieren“ stehende Abend präsentierte Frauen, die Erwartungen trotzten. Jenny Marx etwa arbeitete als Sekretärin ihres Mannes Karl und förderte nach dessen Tod unermüdlich dessen Schriften. Bertha Benz, Mutter von fünf Kindern, investierte ihr Erbe in die Werkstätten ihres Mannes und unternahm mit der ersten Benz-Automobil eine kühne 105-Kilometer-Fahrt – eine Pioniertat der Mobilitätsgeschichte.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Auguste Adenauer, der zweiten Ehefrau des späteren Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer. Als führende Persönlichkeit im Katholischen Frauenbund setzte sie sich gegen Straßengewalt und Hass ein. Gewürdigt wurde auch Gerda Taro, eine jüdische Fotografin, die den Spanischen Bürgerkrieg an der Seite von Robert Capa dokumentierte – ihre Aufnahmen prägten später Szenen in Der Soldat James Ryan. Zwischen den Lesungen unterhielten musikalische Live-Darbietungen die Gäste: Sönke Dwenger sang Chicago und begleitete sich auf der Mundharmonika, während Tony Dwight amerikanische Blues- und Folklieder auf der Gitarre zum Besten gab. Gudrun Ahlers bereicherte den Abend mit ihren eindrucksvollen großformatigen Blumenfotografien. Den Abschluss bildete ein Zitat von Gandhi, das das Publikum nachdenklich und motiviert zurückließ.
Der Büsumer Landfrauenverein verband mit dieser Veranstaltung Geschichte, Musik und Kunst, um unbekannten Heldinnen der Vergangenheit ein Denkmal zu setzen. Ihre Geschichten – von finanzieller Unterstützung bis zu politischem Engagement – erinnerten die Anwesenden daran, welchen bleibenden Einfluss diese Frauen auf das Vermächtnis ihrer Partner hatten. Die gelungene Mischung aus Kultur und Bildung machte den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer:innen.