Vogelhochzeit in der Lausitz: Wie Kinder mit Brauchtum den Frühling begrüßen
Margot RudolphKinder feiern Vogelhochzeit im Staatsministerium - Vogelhochzeit in der Lausitz: Wie Kinder mit Brauchtum den Frühling begrüßen
Die Vogelhochzeit – ein sorbisches Fest voller Farbe und Freude in der Lausitz
Das traditionelle sorbische Fest der Vogelhochzeit, lokal als Ptači kwas bekannt, hat der Lausitz erneut farbenfrohe Feierlichkeiten beschert. Das Brauchtum, das den allmählichen Rückzug des Winters markiert, ist besonders bei Kindern in Schulen und Kindergärten der Oberlausitz beliebt. In diesem Jahr richtete die Sächsische Staatskanzlei in Dresden eine eigene Version des Festes aus und begrüßte junge Teilnehmer in voller Hochzeitsgarderobe.
Der Brauch besagt, dass Kinder am Abend des 24. Januar leere Teller ans Fenster stellen. Am nächsten Morgen finden sie dort Gebäck in Form von Vögeln und Nestern – eine Süßigkeit, die den Frühling symbolisiert. In Räckelwitz (sorbisch: Worklecy) feierten Kinder der zweisprachigen Kita „Zum Wassermann“ mit: Verkleidet als Braut, Bräutigam, Brautjungfern und sogar als Hochzeitsbitter, eine traditionelle Figur sorbischer Hochzeiten.
In der Staatskanzlei begrüßte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die kleinen Gäste. Die Veranstaltung unterstrich das kulturelle Erbe der Region, während die Kinder in Kostümen umherzogen und an festlichen Aktivitäten teilnahmen. Die Vogelhochzeit zählt zu den geliebtesten Traditionen der Lausitz und verbindet sorbische Bräuche mit gemeinschaftlichem Engagement.
Die Feier in der Staatskanzlei zeigt, wie lebendig das Fest nach wie vor ist – sowohl in Schulen als auch in öffentlichen Einrichtungen. Mit Begeisterung sammeln die Kinder ihr vogelförmiges Gebäck und schlüpfen in Hochzeitskleidung, um einen jahrhundertealten Brauch zu bewahren, der die Ankunft wärmerer Tage ankündigt. Dass regionale Verantwortungsträger das Fest weiterhin würdigen, sichert seinen festen Platz im kulturellen Kalender der Lausitz.